CC BY-NC-ND 4.0 · Laryngorhinootologie 2019; 98(S 02): S165
DOI: 10.1055/s-0039-1686623
Abstracts
Plastische Chirurgie

Vaskuläre Malformationen im Kopf-Hals-Bereich – Biomarker Expression als möglicher erster Schritt zur Targeted-Therapie

O Kanaan
1   Uniklinikum Essen HNO, Essen
,
A Schlüter
1   Uniklinikum Essen HNO, Essen
,
S Lang
1   Uniklinikum Essen HNO, Essen
,
S Mattheis
1   Uniklinikum Essen HNO, Essen
› Author Affiliations
 

Einleitung:

Vaskuläre Malformationen sind angeborene, gutartige Fehlbildungen des Gefäßsystems. Sie können in allen Körperregionen auftreten und betreffen entweder isoliert lymphatische, venöse bzw. arterielle Strukturen oder treten als Mischform auf.

Im Kopf-Hals-Bereich stellen vaskuläre Malformationen aufgrund der schwierigen anatomischen Verhältnisse eine besondere Herausforderung dar.

Aktuell ist das therapeutische Vorgehen aufgrund des Mangels an Daten nicht standardisiert.

Material und Methoden:

Von 6 Patienten wurde peri-interventionell Punktat direkt aus der Malformation sowie peripher-venöses Blut gewonnen. Das Material wurde mittels Durchflusszytometrie untersucht und der prozentuale Anteil verschiedener zirkulierender Progenitorzellen (CD45, CD34, CD133) bestimmt.

Als Kontrolle wurde periphervenöses Blut von gesunden Patienten analysiert.

Ergebnisse:

Im Vergleich zum periphervenösen Blut fand sich im intraläsional gewonnen Material eine Überexpression von CD45RA auf den Progenitorzellen (p = 0,068). Zudem zeigte sich auch die Population von CD45RA+ Progenitorzellen erhöht. Die gleiche Tendenz war für CD34+CD45RA+ Progenitorzellen zu beobachten (p = 0,068).

Disskusion:

Die gewonnenen Daten geben Hinweis darauf, dass vaskuläre Malformationen zirkulierende Progenitorzellen anziehen. Die Ergebnisse legen nahe, dass es sich bei vaskulären Malformation nicht um ein rein lokales Krankheitsbild handelt, sondern eine systemische Erkrankung, bei der progenitorische Zellen eine große Rolle spielen könnten. Aktuelle Therapieansätze wie die Sklerosierung mit Fibrovein® wirken nur lokal und nicht auf den noch ungeklärten zugrundeliegenden Pathomechanismus. Eine mögliche „Targeted-Therapy“ könnte zukünftig einen gezielteren, schonenderen und anhaltenderen Therapieerfolg bringen.



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Publication Date:
23 April 2019 (online)

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