Diabetologie und Stoffwechsel 2019; 14(S 01): S82
DOI: 10.1055/s-0039-1688348
Poster
SGLT2-Inhibitoren und GLP1-Agonisten
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Regulierung von Dapagliflozin-assoziierten Genitalinfektionen durch Saxagliptin: eine gepoolte Verträglichkeitsanalyse

S Del Prato
1   University of Pisa, University of Pisa, Pisa, Italy
,
E Johnsson
2   Astrazeneca, Astrazeneca, Göteborg, Sweden
,
R Garcia-Sanchez
3   AstraZeneca, AstraZeneca, Gaithersburg, United States
,
C Morgan
2   Astrazeneca, Astrazeneca, Göteborg, Sweden
,
P Sartipy
2   Astrazeneca, Astrazeneca, Göteborg, Sweden
,
R Kurlyandskaya
2   Astrazeneca, Astrazeneca, Göteborg, Sweden
,
N Iqbal
2   Astrazeneca, Astrazeneca, Göteborg, Sweden
,
C Mathieu
4   University of Leuven, University of Leuven, Leuven, Belgium
,
K Rohwedder
5   AstraZeneca GmbH, Medical Affairs Diabetes, Wedel, Germany
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
07 May 2019 (online)

 
 

    Fragestellung:

    Die Inzidenz von Genitalinfektionen (GTIs), eine häufige unerwünschte Nebenwirkung der SGLT-2-Inhibitor-Therapie, kann möglicherweise durch die gleichzeitige Behandlung mit einem DPP-4 Inhibitor reguliert werden. In randomisierten Studien mit Dapagliflozin (DAPA)± Saxagliptin (SAXA) als Add-on zu Metformin (MET) wurde die Inzidenzrate von Genitalinfektionen untersucht.

    Methodik:

    Daten zur Verträglichkeit wurden aus 7 randomisierten Phase-3-Studien mit Typ 2 Diabetes-Patienten (N = 3134), die DAPA 5/10 mg, SAXA 5 mg oder DAPA 5/10 mg + SAXA 5 mg als Add-on zu MET für 24 – 52 Wochen erhielten, gepoolt. Langzeit-Daten von Patienten mit einem Follow-up über 52 Wochen aus 5 dieser Studien wurden separat gepoolt (N = 1719).

    Ergebnisse:

    Im 7-Studien-Pool war die GTI-Inzidenz mit DAPA 10 mg + SAXA 5 mg als Add-on zu MET niedriger im Vergleich zu DAPA 10 mg alleine (3,6% vs. 6,6%). Häufigste Ereignisse in beiden Gruppen waren vulvovaginale mykotische Infektionen (DAPA + SAXA: 1,5%; DAPA: 2,0%) und Balanoposthitis (DAPA + SAXA: 0,9%; DAPA: 1,8%). Diese Beobachtung wurde in den einzelnen Studien bestätigt, mit Ausnahme einer Studie, welche die GTI-Inzidenz mit niedrig-dosiertem DAPA 5 mg + SAXA 5 mg (3,1%) vs. DAPA 5 mg (1,4%) verglich. Bei der Langzeitbehandlung nahm die GTI-Inzidenz mit DAPA 10 mg + SAXA 5 mg und DAPA 10 mg (Monat 6: 3,1% und 5,3%; Monat 12: 0,9% und 2,1%) über die Zeit ab.

    Schlussfolgerung:

    DAPA 10 mg + SAXA 5 mg als Add-on zu MET führte zu einer niedrigeren GTI-Inzidenz im Vergleich zu DAPA 10 mg alleine. Dieser Effekt wurde über 12 Monate nach der Behandlung aufrechterhalten.


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