Rofo 2020; 192(S 01): S14-S15
DOI: 10.1055/s-0040-1703144
Vortrag (Wissenschaft)
Gastro- und Abdominaldiagnostik
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Hepatische alveoläre Echinokokkose: Der Zusammenhang zwischen CT-Morphologie und entzündlicher Aktivität in der PET deutet auf eine sequentielle Evolution der Läsionen hin

T Gräter
1   Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Ulm
,
R Shi
2   Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Ulm
,
J Schmidberger
3   Medizinische Klinik I, Ulm
,
A Beer
4   Nuklearmedizin, Ulm
,
M Beer
2   Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Ulm
,
D Henne-Bruns
5   Allgemein- und Visceralchirurgie, Ulm
,
H Andreas
5   Allgemein- und Visceralchirurgie, Ulm
,
T Barth
6   Pathologie Ulm
,
J Grimm
6   Pathologie Ulm
,
W Kratzer
3   Medizinische Klinik I, Ulm
,
B Grüner
7   Medizinische Klinik III, Ulm
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
21 April 2020 (online)

 
 

    Zielsetzung Ziel war es, die quantifizierte PET-Aktivität als Ausdruck der entzündlichen Reaktion von Läsionen bei hepatischer alveolärer Echinokokkose (AE) im Zusammenhang mit ihrer CT-Morphologie zu bewerten.

    Material und Methoden 18-FDG PET/CT-Untersuchungen von 51 unbehandelten Patienten mit hepatischer AE wurden nach der "Echinococcus multilocularis Ulm classification for computed tomography" (EMUC-CT) klassifiziert. EMUC-CT definiert neben der Primärmorphologie einer Läsion ein Kalzifikationsmuster. AE-Läsionen wurden danach eingeteilt, ob die umgebende PET-Aktivität erhöht war oder nicht. Eine erhöhte PET-Aktivität wurde anhand des "standardised uptake value" (SUV) quantifiziert.

    Ergebnisse Es zeigte sich eine signifikant niedrigere PET-Aktivität von Typ-IV-Läsionen im Vergleich zu den anderen Läsionstypen und für die Kalzifikationsmuster eine ebenfalls Typ-IV-assoziierte signifikant niedrigere PET-Aktivität bei Läsionen ohne Verkalkungen im Vergleich zu Läsionen mit zarten, fokalen oder diffusen Kalzifikationen. SUVs nach Primärmorphologie zeigten statistisch signifikante Unterschiede zwischen Typ IV und Typ I (1,8±2,2 versus 6,5±38; p=0,0009), Typ IV und Typ II (1,8±2,2 versus 6,1±3,1; p=0,0019) sowie Typ IV und Typ III (1,8±2,2 versus 6,6±4,4; p=0,0069). Vergleiche zwischen Typ I, Typ II und Typ III zeigten keine signifikanten Unterschiede (p>0,05). In Bezug auf die Verkalkungsmuster waren die höchsten SUVs insgesamt in Läsionen mit zarten Kalzifikationen zu verzeichnen.

    Schlußfolgerungen Typ-IV-Läsionen scheinen einem frühen Stadium der Erkrankung zu entsprechen. Da die Typen I, II und III deutlich höhere SUVs aufweisen als der Typ IV, sind diese Typen vereinbar mit verschiedenen Stadien weiter fortgeschrittener Läsionen, deren Aktivität sich an den Rändern befindet und eine weitere Ausdehnung ermöglicht. Läsionen mit zarten Kalzifikationen zeigen die höchte Entzündungsaktivität. Die daraus resultierenden therapeutischen Konsequenzen sollten Gegenstand weiterer Studien sein.


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