Pneumologie 2007; 61(1): 4
DOI: 10.1055/s-2006-959074
Pneumo-Fokus

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COPD - Empfindlichkeit auf Tabakrauch untersucht

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Publication Date:
23 January 2007 (online)

 
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Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung wird als Krankheit weißer Männer angesehen. Daten der letzten 25 Jahre aus den USA zeigen jedoch, dass die Mortalitätsraten schneller bei den weißen und afroamerikanischen Frauen angestiegen sind. Respir Med 2006; 100: 1110-1116

Mark T. Dransfield et al., Alabama/USA, untersuchten die Raucheranamnese und die Lungenfunktion von 330 Rauchern über 45 Jahre mit ≥ 20 Packungsjahren, einem FEV1/FVC (forciertes Expirationsvolumen/forcierte Vitalkapazität) < 0,70 und eine an die Rasse adjustierte postbronchodilatatorische FEV1 < 80%. Der primäre Studienendpunkt war der Verlust der Lungenfunktion pro Packungsjahr. Den Daten zufolge waren Kaukasier älter als Afroamerikaner (63 vs. 58) und hatten mehr Packungsjahre geraucht (57 vs. 43). Kaukasier hatten einen geringeren Verlust an Lungenfunktion pro gerauchter Packungsjahre als Afroamerikaner; bei Männern war der Lungenfunktionsverlust geringer ausgeprägt als bei Frauen. Weiße Männer schienen vor den toxischen Wirkungen des Tabakrauchs relativ geschützt zu sein, afroamerikanische Frauen reagieren hingegen am empfindlichsten.

Afroamerikanische Frauen haben der Studie zufolge das höchste Risiko und können deshalb am meisten von einem Rauchverzicht profitieren, schließen die Autoren aus ihrer Untersuchung. Weiter zeigen die Daten, dass bedeutende Unterschiede hinsichtlich der Empfindlichkeit auf Tabakrauch zwischen den Gruppen und Geschlechtern bei Patienten mit obstruktiver Lungenerkrankung bestehen.

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Fazit

Die beobachteten Unterschiede können durch verschiedene Faktoren wie genetische Besonderheiten und das Verhalten zurückzuführen sein. Es ist auch möglich, dass Unterschiede in der Pathophysiologie der COPD zwischen Untergruppen bestehen, die die Empfänglichkeit für die Erkrankung beeinflussen, führen die Autoren weiter aus.

Dr. Ralph Hausmann, Frankfurt