Literatur
- 01 Bönninghausen Cv. Bönninghausens kleine medizinische Schriften (BMS). Hrsg. K.-H.
Gypser Heidelberg; Arkana 1984 (11831–1864 vorwieg.
Zeitschriftenveröffentlichungen Bönninghausens) 246
- 02 Bönninghausen Cv. Bönninghausens Therapeutisches Taschenbuch, Revidierte
Ausgabe (TBG). Hrsg. K.-H. Gypser. 1. Aufl. Stuttgart; Sonntag 2000
- 03
Guernsey H N.
Cincinnati Medical Advance (CMA).
1889;
22
109
- 04 Hahnemann S. Die chronischen Krankheiten (CK). Band 1–5 Heidelberg; Haug 1995 (11835–39
Dresden und Leipzig)
- 05 Hahnemann S. Organon der Heilkunst (ORG). Hrsg. J.M. Schmidt. Standardausgabe der
6. Aufl. Heidelberg; Haug 1992 (11842 Paris)
- 06 Hahnemann S. Reine Arzneimittellehre (RA). Band 1–6 Heidelberg; Haug 1995 (11825
bis 1833)
- 07 Hering C. Guiding Symptoms Of Our Materia Medica (GS). Reprint Edition New Dehli;
B. Jain 1974 (11881 Philadelphia, U.S.), Vorwort 1. Seite
- 08 Hering C. Medizinische Schriften (HMS). Hrsg. K.-H. Gypser Göttingen; Burgdorf
1988: 1018
- 09 Jahr G H G. Therapeutischer Leitfaden für angehende
Homöopathen. Nachdruck der Ausgabe von 1869 Hamburg; Verlag für homöopathische
Literatur B.v.d.
Lieth 2003 (11869 Leipzig) S.V.
- 10 Kent J T. Kent's Repertorium der homöopathischen Arzneimittel
(KD). Hrsg. u. Übers. G.v. Keller u. J. Künzli v.
Fimmelsberg. Bd. 1–3. 9. Aufl. Heidelberg; Haug 1986 (11897 Lancaster, U.S.)
- 11 Rückert T J. : Klinische Erfahrungen in der Homöopathie: eine
vollständige Sammlung aller, in der deutschen und ins Deutsche
übertragenen homöopathischen Literatur niedergelegten Heilungen und
praktischen Bemerkungen. Leipzig; Eduard Haynel 1854 Bd. 1, Vorwort S. XI
Anmerkungen
01 Vortrag gehalten auf dem Liga-Kongress Belgien Mai 2008.
02 In der Homöopathie wird die Arznei nachvollziehbar aufgrund
ihrer charakteristischen Symptome (Organon §§ 104,153)
ausgewählt:
„Sieht der Arzt deutlich ein, was an
Krankheiten […] zu heilen ist […], sieht er deutlich ein, was an
den Arzneien […] das Heilende ist […], und weiß er
nach deutlichen Gründen das Heilende der Arzneien
dem was er an dem Kranken unbezweifelt Krankhaftes erkannt hat, so anzupassen,
daß Genesung erfolgen muß […] so versteht er
zweckmäßig und gründlich zu handeln und ist ein ächter
Heilkünstler.” (Hahnemann, Organon § 3)
03 Am sichersten sind klinische Symptome, wenn die Symptommenge der
charakteristischen Symptome im betreffenden Krankheitsfall gering war –
wenn der Patient beispielsweise nur drei statt zwölf charakteristische
Symptome aufwies, auf die das Mittel passte und die unter seiner Einwirkung
verschwanden.
04 Intensive Symptome können auch uncharakteristisch sein,
z. B. eine starke Abmagerung, Schwäche, Schwindel, Blässe oder
Atemnot ohne nähere Bestimmung (Organon
§ 153).
Charakteristische Symptome wiederum müssen
nicht immer starke, intensive Symptome sein. Nicht selten individualisieren
kleinere Symptome die Arznei (vgl. Organon § 95).
Die
Intensität eines Symptoms wird entweder durch den Patientenbericht oder
durch den objektiven Befund festgestellt. Auch der Krankheitswert des Symptoms
für den Patienten ist ein Maßstab für Intensität.
Angenommen, ein Patient hat eine ausgeprägte Schwäche und
außerdem zwei charakteristische Gemütssymptome. Nach den Kriterien
der Charakteristik im § 153 Organon handelt es sich bei der
Schwäche um ein nicht näher bestimmtes, uncharakteristisches Symptom.
Treffe ich nun mithilfe der charakteristischen Gemütssymptome eine
Arzneiwahl, wonach alle Symptome verschwinden, dann wird hiermit auch die
uncharakteristische, aber intensive Schwäche verifiziert.
05 Vgl. Hahnemann, RA II S. 3 [6]:
„[…] Deutlich erkennbar
muß das unsern Sinnen offen da liegen, was an jeder Krankheit
hinwegzunehmen sey, um sie in Gesundheit zu verwandeln, und deutlich
wahrnehmbar muß jede Arznei aussprechen, was sie zuverlässig heilen
könne, ehe sie gegen Krankheit angewendet werde […]”.
06 Das gilt für Prüfungssymptome genauso wie für neue
klinische Symptome.
In dieser Weise wurden auch die Kasuistiken in
der ersten bedeutenden deutschen Fallsammlung von T.J. Rückert bearbeitet,
er schreibt [11]:
„Es werden da alle
Fälle von Heilungen, in denen ein oder zwei Mittel entschieden heilend
einwirkten, im Auszug hingestellt […] mit Anführung
aller wesentlichen Symptome, in möglichst treuen,
lebendigen Bildern […].”
G.H.G. Jahr schreibt über
seine Arbeit an den „Klinischen Anweisungen”: [9] „[…] daß ich […]
sämmtliche geheilte Zeichen […] prüfte […] und davon
nur diejenigen aufnahm, die mir meine praktische und theoretische Kenntnis der
Mittel als wahrhaft anzeigend herausstellte.”
07 Bönninghausen, der sein Leben lang an der Herausarbeitung der
Arzneicharakteristik auch durch klinische Erfahrungen arbeitete, schreibt
[1]: „[…] Die mitzutheilenden Fälle
müssen derartig sein, daß sich in Bezug auf die Charakteristik der
heilsamen Arznei etwas daraus lernen läßt […] Am
lehrreichsten aber sind unstreitig diejenigen Fälle, wo die Wahl schwierig
war […] Wenn hier […] die Charakteristik der Krankheit
gehörig aufgezeichnet, und die Wahl der Mittel entweder von wenig[en]
deutlichen Symptomen oder von dem zweifelhaften Vorrang des einen Umstandes vor
dem anderen abhängig war, so verdient schon eine dabei gemachte Erfahrung
für die spätere Bestätigung oder
Berichtigung aufbewahrt zu werden, mehrere derselben aber geben
Aufklärungen über den wahren Genius der Mittel, welches bloßes
theoretisches Studieren und Raisoniren niemals geben können.”
Dr. med. Carl Rudolf Klinkenberg
Thiebauthstr. 2
76275 Ettlingen
eMail: doc@klinkenberg-homoeopathie.de
URL: http://www.klinkenberg-homoeopathie.de