Einleitung: Die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) in Fadendurchzugsmethode hat sich
seit Längerem zur Methode der Wahl für mittel- und langfristige enterale Ernährung
bei Patienten mit malignen Stenosen oder benignen Schluck- und Passagestörungen durchgesetzt.
Seit der System-Einführung 1999 gewinnt vorwiegend bei Patienten mit unbehandelten
malignen Stenosen des oberen GI-Traktes eine neue Methode zur PEG-Anlage zunehmend
an Akzeptanz: die PEG-Anlage in Direktpunktionstechnik mit zusätzlicher Gastropexie.
Derzeit liegt allerdings der Anschaffungspreis für dieses PEG-System noch etwa fünffach
höher als der Preis für Durchzugssysteme, weiterhin bedingt die zusätzliche Anlage
von 2–3 Gastropexienähten eine verlängerte Endoskopiedauer.
Methoden und Material: Prospektive Vergleichsstudie (Randomisierung per Datum) von zwei Gruppen von jeweils
100 Patienten mit PEG in Fadendurchzugsmethode (Gruppe 1) bzw. Direktpunktion mit
Gastropexie (Gruppe 2) mit Erfassung der Früh- und Spätkomplikationen (Klassifizierung
der Infektkomplikationen nach Külling).
Ergebnisse: 60% bzw. 61% der Patienten in Gruppe 1 bzw. 2 hatten eine PEG auf Grund von HNO-Tumoren
erhalten, der Anteil männlicher Patienten betrug 72 bzw. 74%, das Durchschnittsalter
61,5 bzw. 59,7 Jahre.
Der technische Erfolg war in beiden Gruppen 100%, eine methodenbezogene Letalität
trat nicht auf.
Lokale Wundinfektionen (Gesamt-Früh- und Spätkomplikationen) fanden sich in Gruppe
1 bei insgesamt 45% (Külling I-III) der Patienten, in Gruppe 2 bei 18% (Külling I-II)
der Patienten (p<0,001).
Eine schwere Infektion mit Peritonitis zeigte sich bei einem Patienten aus Gruppe
1. Sondendefekte traten dagegen bei den Patienten mit PEG in Direktpunktion gehäuft
auf (12% vs. 2% in Gruppe 1).
Schlussfolgerung: Das seltenere Auftreten schwerer und folgenreicher Komplikationen bei der PEG-Anlage
in Direktpunktionstechnik mit Gastropexie, vorallem die Vermeidung einer Peritonitis,
relativiert deren höhere Materialkosten sowie die längere Endoskopiedauer.