Aktuel Urol 2019; 50(01): 106-112
DOI: 10.1055/a-0652-2713
OP-Techniken
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ablatio testis und Enukleationsresektion

Axel Heidenreich
,
Peter Albers

Verantwortlicher Herausgeber dieser Rubrik: Wissenschaftlich verantwortlich gemäß Zertifizierungsbestimmungen für diesen Beitrag ist Prof. Dr. med. Dr. h. c. Axel Heidenreich.
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
07. Februar 2019 (online)

Einleitung

Die Indikation zur Ablatio testis erfolgt in aller Regel bei Vorliegen einer irreversiblen Schädigung der endokrinen und/oder exokrinen Hodenfunktion, im Rahmen der androgenablativen Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms oder im Sinne der radikalen Tumorchirurgie bei testikulären Keimzelltumoren. Verschiedene Operationstechniken werden diesbezüglich angewendet, die im Folgenden ausführlich dargestellt werden sollen.

Die Ablatio testis bei irreversibler Schädigung der testikulären Funktion erfolgt als einfache Orchiektomie; zur hormonablativen Therapie wird in aller Regel eine subkapsuläre Orchiektomie durchgeführt, während bei Vorliegen eines Hodentumors eine radikale, inguinale Ablatio testis erfolgt.

Die Enukleationsresektion testikulärer Keimzelltumoren hat sich bei Vorliegen eines Hodentumors in einem Einzelhoden oder bei Entwicklung eines synchronen bilateralen Keimzelltumors durchgesetzt, bedarf aber der strengen Indikationsstellung und der Durchführung an einem erfahrenen Zentrum in der Hodentumortherapie.