Notfallmedizin up2date 2019; 14(02): 209-223
DOI: 10.1055/a-0756-8367
Spezielle Notfälle
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Infektiologische Notfälle – Fokus Sepsis

Julian Götze
,
Reimer Riessen
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
06. Juni 2019 (online)

Die Sepsis ist ein häufiges und relevantes Krankheitsbild im klinischen Alltag, speziell in der Notfall- und Intensivmedizin. Als lebensbedrohlicher Notfall betrifft die Sepsis sowohl die konservativen Fächer als auch die chirurgischen Disziplinen. Die Symptome einer Sepsis sind vielgestaltig und präsentieren sich anfangs oft unspezifisch. Gleichzeitig profitieren die Patienten von einer frühzeitigen Therapie.

Kernaussagen
  • Im Vordergrund der neuen Sepsisdefinition („Sepsis-3“) steht die dysregulierte Antwort des Körpers auf eine Infektion mit resultierender Organschädigung.

  • Die antibiotische Therapie erfolgt bereits bei Verdacht auf eine Sepsis und vor Beendigung der Diagnostik.

  • Neben der Applikation einer kalkulierten Breitbandantibiotikatherapie ist gegebenenfalls die Sanierung des Infektfokus eine vordergründige Maßnahme.

  • Zunächst gilt es, das Flüssigkeitsdefizit rasch auszugleichen. Ist die Euvolämie erreicht und profitiert ein Patient nicht weiter von einer Volumengabe, sollte unbedingt eine schädliche Volumenüberladung vermieden werden.

  • Die Volumen- und Vasopressorentherapie erfordert einen multimodalen Ansatz – basierend auf klinischen Zeichen, statischen und dynamischen Parametern und apparativer Diagnostik.