Gastroenterologie up2date 2019; 15(03): 299-309
DOI: 10.1055/a-0762-2420
Darm/Anorektum
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Morbus Crohn

Elena Sonnenberg
,
Britta Siegmund
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
30. August 2019 (online)

Der Morbus Crohn, der gemeinsam mit der Colitis ulcerosa zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen gehört, tritt häufig in jungem Lebensalter erstmalig auf und verläuft dann schubförmig. Je nach Ausprägung der Erkrankung sind die Patienten in Lebensqualität und Gestaltung des persönlichen Lebenswegs teilweise stark eingeschränkt. Der hier vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über Diagnostik und Therapie der Erkrankung.

Kernaussagen
  • Die Inzidenz des Morbus Crohn steigt in den westlichen Ländern seit der Mitte des letzten Jahrhunderts stetig an. Seit Kurzem ist ein ähnlicher Effekt im asiatischen Raum zu erkennen.

  • Eine gestörte Homöostase im Gastrointestinaltrakt führt zur Krankheitsmanifestation dieser multifaktoriellen Erkrankung. Hier sind 3 Komponenten ausschlaggebend: die intestinale Mikrobiota, die Epithelzellen als intestinale Barriere und die Immunzellen des Darmes.

  • Klinisch manifestiert sich ein Morbus Crohn häufig mit abdominellen Schmerzen und Diarrhö, teilweise mit Blutbeimengungen. Bei einem isolierten Dünndarmbefall können Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust oder eine Eisenmangelanämie als alleinige Symptome vorliegen und so zu einer verzögerten Diagnose führen.

  • Bei der Verdachtsdiagnose Morbus Crohn sollte eine Ileokoloskopie mit Stufenbiopsien erfolgen. Die vollständige Ausbreitungsdiagnostik beinhaltet zusätzlich eine ÖGD sowie MRT des Abdomens.

  • In der Therapie des Morbus Crohn muss zwischen einer remissionsinduzierenden und einer remissionserhaltenden Therapie unterschieden werden. Der Einsatz von Steroiden ist in der Schubtherapie sinnvoll, eine Dauertherapie mit diesen Substanzen gilt es jedoch zu vermeiden.

  • Typische Komplikationen des Morbus Crohn sind Fisteln, Stenosen sowie Abszesse. Bei Auftreten von Fieber, starken abdominellen Schmerzen oder einer Ileussymptomatik müssen diese ausgeschlossen werden – insbesondere wenn eine immunsuppressive Therapie erfolgen soll.