Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin 2018; 28(06): 332-333
DOI: 10.1055/a-0799-7832
Aktuelles
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rückblick auf den 123. Jahreskongress der DGPMR in Jena

D. Loudovici-Krug
1  Institut für Physiotherapie, Universitätsklinikum Jena
,
A. Buder
1  Institut für Physiotherapie, Universitätsklinikum Jena
,
S. Derlien
1  Institut für Physiotherapie, Universitätsklinikum Jena
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Publication Date:
20 December 2018 (online)

Vom 20.–22. September 2018 fand im Universitätsklinikum Jena unter dem Titel „From Evidence to Practice – Das Bewegungssystem im Fokus“ der 123. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation statt.

Verteilt auf 3 Tage wurde die Therapie des muskuloskelettalen Systems für 200 Kongressteilnehmer präsentiert.

Als Besonderheit fand am Donnerstag bereits ein Pre-Congress mit verschiedenen Seminaren statt. So konnte am Vormittag zwischen den Themen Faszialer Rückenschmerz, Nordic Walking, Bewegungsdiagnostik (Lauf- und Gangbewegung) und einem Kurs zu modernen orthopädischen Hilfsmitteln gewählt werden. Am Nachmittag wurden zusätzlich Kurse zur medizinischen Trainingstherapie bei sowohl neurologischen als auch orthopädischen Erkrankungen angeboten. Darüber hinaus gehörten ein Einführungskurs in die Osteopathie (ÄMM), ein Kurs zum Five-Konzept als Schmerztherapie sowie ein Workshop für evidenzbasiertes, wissenschaftliches Arbeiten zum Angebot.

Die Kongresseröffnung wurde vom Kongresspräsidenten Prof. U.C. Smolenski, vom DGPMR-Präsidenten Prof. C. Gutenbrunner und vom Dekan der Medizinischen Fakultät (Jena) Prof. K. Benndorf gestaltet. Zu Beginn wurde Prof. U. C. Smolenski mit der Ehrenmitgliedschaft der DGPMR ausgezeichnet. Es folgten interessante Vorträge zum State-of-the-Art verschiedener Themenkomplexe. Diese umfassten Schwerpunkte wie Gelenke/Muskulatur/Faszien, Sensomotorik/Funktionsdiagnostik, Bewegungssystem/Schmerztherapie sowie entzündliche Erkrankungen/Manuelle Medizin.

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Abb. 1 123. Jahreskongress der DGPMR.
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Abb. 2 Auszeichnung mit der Ehrenmitgliedschaft für Kongresspräsident Prof. Dr. med. U.C. Smolenski (Mitte); Überreichung durch DGPMR-Präsident Prof. Dr. med. C. Gutenbrunner (links) und Dr. med. A. Reißhauer (rechts).
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Abb. 3 Auszeichnung von Prof. Dr. med. A. Wicker (Mitte) als Korrespondierendes DGPMR-Mitglied.
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Abb. 4 Universitätsklinikum Jena.

Am Freitagabend konnte bei der Abendveranstaltung „Physikalische Medizin und Rehabilitation in Bewegung“ in der Tanzschule „führbar“ ein schmackhaftes Buffet genossen, das Tanzbein geschwungen und über Kongressinhalte und andere Themen philosophiert werden.

Am Samstag wurden zu Beginn aktuelle Themen der Physikalischen Medizin, wie z. B. altersspezifische Unterschiede als Biomarker zur Sarkopenie-Früherkennung, vorgestellt. Außerdem wurden diverse bewegungstherapeutische Konzepte präsentiert, bspw. zum Einfluss auf das Sturzrisiko durch sensomotorischen Schuheinlagen.

Anschließend fand die Präsentation von 30 Postern statt. Das Themenspektrum reichte hier von anwendungsbezogenen Arbeiten aus der Praxis über sehr spezifische Fragestellungen zu neuen Messmethoden bis hin zu komplexen klinisch hochrelevanten Themen. Der „Einsatz von Lokalanästhetika und Cortison in der Infiltrationstherapie – Messung der zytotoxischen Wirkung“ war ebenso Thema wie das „Nachtcafé – Patienten- und Mitarbeiterprävention“ oder die „Reliabilität der vaginalen Oberflächen-Elektromyografie“. Die beiden Posterpreise setzen sich erstmalig aus einer Publikumsbeurteilung und einer Jurywertung zusammen. Ausgezeichnet wurden folgende Poster: „Entwicklung eines praktikablen Instruments zur Erfassung muskuloskelettaler Belastungen von Pflegekräften auf Normalstationen in Krankenhäusern“, vorgestellt durch Miriam Popp (Jena) und „Motorische Testverfahren zur Früherkennung von neurodegenerativen Erkrankungen, präsentiert durch Jenny Nisser (Jena, UKJ).

Nach der Mittagspause lag der Fokus auf Funktionalität, Schmerzerkrankungen und multimodaler interdisziplinärer Komplexbehandlung. Weitere Schwerpunkte waren außerdem aktuelle Erkenntnisse aus der Rehaforschung, von bewegungstherapeutischen Angebotsunterschieden bis zur intensivmedizinischen Rehabilitation. Parallel gestaltete das Junge Forum den Themenkomplex zum myofaszialen Schmerz inklusive Triggerpunkttherapie, Dry Needling, Five-Konzept und praktischen Demonstrationen.

Der Abschlussvortrag mit dem Titel „Sportgrößen und Physikalische Medizin“ wurde von Prof. A. Wicker, dem „Ski-Doc“ aus Österreich gehalten, der anschließend als Korrespondierendes Mitglied der DGPMR geehrt wurde.

Die Besonderheit des Kongresses wurde an dem innovativen Konzept verdeutlicht: eine Symbiose aus Fortbildung und Wissenschaft, inklusive des Pre-Congress, State-of-the-Art-Vorträgen und aktuellen Forschungsergebnissen. Diese Verbindung soll auch das Bild zukünftiger Kongress prägen.

Wir danken allen Teilnehmern, Referenten und Organisatoren für die Planung, für interessante Beiträge und den Erkenntnisaustausch sowie für die gesamte Durchführung des gelungenen 123. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation.