Klinikarzt 2018; 47(12): 602-611
DOI: 10.1055/a-0805-3978
Serie
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Standard changing news der Senologie und der Gynäkologischen Onkologie 2018

Personalisierte Medizin rückt weiter in den Fokus
Caroline Preuß
Department of Obstetrics and Gynecology, Erlangen University Hospital, Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN, Erlangen, Friedrich-Alexander University Erlangen-Nürnberg (FAU)
,
Felix Heindl
Department of Obstetrics and Gynecology, Erlangen University Hospital, Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN, Erlangen, Friedrich-Alexander University Erlangen-Nürnberg (FAU)
,
Sebastian M. Jud
Department of Obstetrics and Gynecology, Erlangen University Hospital, Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN, Erlangen, Friedrich-Alexander University Erlangen-Nürnberg (FAU)
,
Alexander Hein
Department of Obstetrics and Gynecology, Erlangen University Hospital, Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN, Erlangen, Friedrich-Alexander University Erlangen-Nürnberg (FAU)
,
Carolin C. Hack
Department of Obstetrics and Gynecology, Erlangen University Hospital, Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN, Erlangen, Friedrich-Alexander University Erlangen-Nürnberg (FAU)
,
Matthias W. Beckmann
Department of Obstetrics and Gynecology, Erlangen University Hospital, Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN, Erlangen, Friedrich-Alexander University Erlangen-Nürnberg (FAU)
,
Michael P. Lux
Department of Obstetrics and Gynecology, Erlangen University Hospital, Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN, Erlangen, Friedrich-Alexander University Erlangen-Nürnberg (FAU)
,
Claudia Rauh
Department of Obstetrics and Gynecology, Erlangen University Hospital, Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN, Erlangen, Friedrich-Alexander University Erlangen-Nürnberg (FAU)
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Publication History

Publication Date:
07 January 2019 (online)

Zusammenfassung

Im Bereich der gynäkologischen Onkologie und Senologie gab es auch in diesem Jahr zahlreiche Publikationen und Kongressbeiträge, die Änderungen oder Ergänzungen zu bestehenden Therapiekonzepten mit sich bringen. Die personalisierte Medizin rückt weiter in den Fokus des allgemeinen Interesses und es findet eine Individualisierung der Therapieschemata statt, sodass Therapieentscheidungen nicht nur auf Grundlagen etablierter Charakteristika wie Tumorgröße und Nodalstatus basieren, sondern vielmehr molekularbiologische und genetische Eigenschaften zur Entscheidungsfindung hinzugenommen werden.

Dabei werden entsprechende neue Therapiekonzepte nicht nur für Patientinnen mit vielfach vortherapierten, fortgeschrittenen und metastasierten Mammakarzinomen entwickelt, sondern sind Inhalt neoadjuvanter und adjuvanter Therapiestudien. Nach Jahren der Eskalation im Bereich der Therapieintensität und -dauer lässt sich zunehmend ein neuer Trend beobachten – die Überprüfung von Therapieschemata mit der Fragestellung, welche Patientinnen möglicherweise keinen Benefit bezüglich des rezidivfreien und des Gesamtüberlebens durch die Behandlung haben und bezüglich der Morbidität von einer Deeskalation einer Therapie profitieren.

Traditionell zeigen sich im Bereich der gynäkologischen Onkologie weniger Neuerungen als im Bereich der Senologie. Im letzten Jahr hat sich jedoch auch hier einiges getan. So befassten sich jüngst publizierte Studien bezüglich des Ovarialkarzinoms nicht nur mit der Fragestellung, ob auch hier eine Deeskalation der operativen Therapie möglich ist, z. B. durch eine Selektionierung der Patientinnen nach Risikofaktoren und Verzicht auf eine Lymphonodektomie. Eine Studie zur sekundären, operativen Tumorlastreduktion bei Ovarialkarzinomrezidiv wurde ebenso publiziert wie eine Studie, die ein neoadjuvantes Therapiekonzept mit sekundärer operativer Tumorlastreduktion untersucht hat. Im Bereich der Systemtherapien kommen neben den selektiven PARP-Inhibitoren, die bereits beim platinsensiblen Ovarialkarzinomrezidiv zugelassen sind (Olaparib, Niraparib), weitere Studien zu späteren Therapielinien und zu Kombinationstherapien, beispielsweise mit Therapien aus dem Bereich der Immunonkologie (PD-L1-Antikörper).

Beim Zervixkarzinom präsentieren neue Daten Möglichkeiten der Deeskalation des operativen Vorgehens beim frühen Zervixkarzinom mittels der pelvinen Sentinelnodebiopsie. Aktuell läuft eine weitere große internationale Studie, um die Daten zu validieren (SENTICOL III-Studie). Im Bereich der Immunonkologie wurden erste Daten zum Einsatz von PD-L1-Antikörpern beim fortgeschrittenen Zervixkarzinom berichtet.

Bei Patientinnen mit einem fortgeschrittenen Endometriumkarzinom steht die Diskussion des Vorteiles einer postoperativen Radiatio versus einer Radiochemotherapie im Fokus laufender Studien.