Psych Pflege 2019; 25(03): 139-146
DOI: 10.1055/a-0864-7619
CNE Schwerpunkt
Stimmenhören
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Stimmenhören und Recovery: erfahrungsfokussierte Beratung mit Stimmenhörenden – ein Aufruf zu neuen und mutigen Beziehungen

Joachim Schnackenberg
,
Barbara Schumacher
,
Senait Debesay
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
23. Mai 2019 (online)

Stimmenhören im Lebenskontext der Person zu verstehen, kann eine zentrale Ressource auf dem Recovery-Weg [1] darstellen. Damit dies Stimmenhörenden gelingt, ist eine neue Art von Begleitung durch Fachpersonen und Peers oft von großer Bedeutung. Im Vergleich zum bisher in der Psychiatrie vorherrschenden Verständnis von Stimmenhören braucht es dafür einen wirklichen paradigmatischen Wechsel. Wenn Stimmenhörende und Begleitpersonen es wagen, neue, möglichst angstfreie Beziehungen untereinander und mit den Stimmen einzugehen, dann sind manchmal überraschend schnelle Fortschritte möglich. Häufig braucht es aber auch ein liebevolles und hartnäckiges Dranbleiben für tiefere Entwicklungen. Der Mut von Fachpersonen, das Stimmenhören zu entpathologisieren und sich auf einen gemeinsamen Prozess des Verstehens einzulassen, kann Betroffenen die Kraft geben, immer mehr ihr eigenes Leben zu leben.