PSYCH up2date 2020; 14(01): 79-94
DOI: 10.1055/a-0931-1327
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Paartherapie

Kurt Hahlweg

Subject Editor: Wissenschaftlich verantwortlich gemäß Zertifizierungsbestimmungen für diesen Beitrag ist Ulrich Voderholzer, Prien am Chiemsee.
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Publication Date:
07 January 2020 (online)

Kognitiv-verhaltenstherapeutische Paartherapie (KVPT) besteht aus verschiedenen Komponenten: Diagnostik, Steigerung der positiven Reziprozität, Kommunikations- und Problemlösetraining, kognitive Interventionen, Verbesserung des dyadischen Copings und Steigerung der gegenseitigen Akzeptanz und Toleranz. Die Wirksamkeit konnte in vielen Studien nachgewiesen werden, sodass KVPT als empirisch validiertes Therapieverfahren gelten kann.

Kernaussagen
  • Bei Untersuchungen zur Lebenszufriedenheit rangieren Liebe, Partnerschaft und Familie an oberster Stelle für das Wohlbefinden.

  • Probleme in der Partnerschaft können Menschen in eine tiefe Krise führen mit physischen und psychischen Folgen.

  • KVPT ist die am häufigsten untersuchte Paartherapie mit durchweg positiven Ergebnissen.

  • KVPT wurde deshalb von der American Psychological Association APA in die Liste der empirisch validierten Therapieverfahren aufgenommen.

  • KVPT ist die Grundlage für effektive Präventionsprogramme.

  • Allerdings bleibt eine Reihe von Fragen offen:

    • Unsere Kenntnisse über die langfristige Wirksamkeit von Paartherapie sind sehr begrenzt.

    • Unser Wissen über die therapeutischen Prozesse in der Paartherapie sind noch begrenzter als unsere Kenntnisse hinsichtlich der Effektivität.

    • Prozessforschung ist jedoch unbedingt notwendig, um die relevanten Therapeutenfertigkeiten zu ermitteln, die dann Grundlage für eine empirisch basierte Therapieausbildung sein sollten.