Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2020; 15(05): 467-481
DOI: 10.1055/a-1075-3593
Systemerkrankungen
Thieme. All rights reserved. (2020) Georg Thieme Verlag KG

Diabetisches Fußsyndrom – eine multiprofessionelle Herausforderung

Michael Kehrer
,
Dieter C. Wirtz
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
28. September 2020 (online)

Patienten mit Diabetes mellitus sind Hochrisikopatienten für die Entstehung eines diabetischen Fußsyndroms (DFS) mit Ulzera sowie schweren Weichteil- und Knocheninfektionen. Die Patienten sind auf eine multiprofessionelle Betreuung und Behandlung durch ein Netzwerk von Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen angewiesen, die sie vor der Entstehung eines DFS als vermeidbare Komplikation ihres chronischen Erkrankungsbildes schützen.

Kernaussagen
  • Das diabetische Fußsyndrom (DFS) stellt ein komplexes und häufig unterschätztes Erkrankungsbild sowohl des Typ-1- als auch Typ-2-Diabetikers dar, welches zur ganzheitlichen Diagnostik und Therapie ein interdisziplinäres Netzwerk von Spezialisten erfordert.

  • Patienten mit diabetischem Fußsyndrom (DFS) und bestehenden Ulzera sind Hochrisikopatienten für die Entstehung schwerer Weichteil- und Knocheninfektionen, die häufig Amputationen nach sich ziehen.

  • Die diabetische Polyneuropathie wird neben makro- und mikroangiopathischen Risikofaktoren als wesentliche Ursache für die Entstehung des DFS und der diabetischen Neuro-Osteo-Arthropathie (DNOAP) verantwortlich gemacht.

  • Wesentliche Hauptziele in der Behandlung des DFS sind die Senkung der Amputationsrate und die Minderung der Ulkus-assoziierten Hospitalisationsrate.