Neonatologie Scan 2020; 09(04): 289
DOI: 10.1055/a-1078-4396
Aktuell
Zentralnervensystem

Auffälligkeiten im MRT durch prophylaktische Hydrokortisongabe bei Frühgeborenen?

Unreife Frühgeborene entwickeln häufig eine bronchopulmonale Dysplasie (BPD), die Hirnschäden und Entwicklungsstörungen verursacht. Hydrokortison zeigt kurzfristige Vorteile auf Kosten des Gehirnwachstums. Im Rahmen der PREMILOC-Studie wurde eine niedrig dosierte Hydrokortisongabe gegen ein Placebo untersucht. Es zeigte sich eine signifikante Verbesserung des BPD-freien Überlebens über 36 Monate ohne erkennbare neurologische Unterschiede. Im Alter von 2 Jahren wurde ein MRT des Gehirns gemacht und die MRTs der Gruppen mit dem Kidokoro-Score analysiert.

Fazit

Niedrig dosiertes Hydrokortison bei Frühgeborenen verursacht nicht mehr Hirnschäden als ein Placebo, statt dessen mehr milde Läsionen, die sich funktionell jedoch nicht auswirken. Andererseits verhindert die Gabe von Kortison aber eine BPD und die daraus unter Umständen resultierenden Hirnschäden signifikant.



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Publication Date:
23 November 2020 (online)

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