ZUSAMMENFASSUNG
Trotz großer Fortschritte in der Diagnostik sowie der systemischen und chirurgischen
Therapie belegt das hepatozelluläre Karzinom (HCC) den vierten Platz unter den tumorassoziierten
Todesfällen. Der diagnostische Stellenwert der Ultraschalluntersuchung der Leber besteht
in erster Linie in der HCC-Früherkennung bei Risikopatienten. Die histologische Sicherung
eines HCCs ist in der nicht-zirrhotischen Leber bzw. im Falle unklarer Bildgebungsbefunde
erforderlich. Die Computertomographie (CT) ermöglicht im Vergleich zur Magnetresonanztomografie
(MRT) eine schnelle Untersuchung. Es sind Anzahl, Lokalisation und Größe der Tumorknoten
sowie deren Bezug zu Pfortader und Lebervenen zu beschreiben. Die prätherapeutische
Planung erfordert eine exakte Segmentzuordnung. Die Therapie des hepatozellulären
Karzinoms ist abhängig vom Stadium der Tumorerkrankung. In Europa und den USA sind
die BCLC (Barcelona Clinic Liver Cancer)-Kriterien für die Stadieneinteilung etabliert.
Der operative Eingriff wird vor dem Hintergrund patientenspezifischer, klinischer
Gesichtspunkte sowohl durch den Grad einer vorliegenden Leberzirrhose als auch durch
das Stadium der Tumorerkrankung bestimmt. Grundsätzlich besteht für das HCC neben
der Resektion auch die Möglichkeit einer Lebertransplantation. Im fortgeschritten
HCC (BCLC C) mit Gefäßeinbruch des Tumors oder Metastasierung besteht die Indikation
zur systemischen Tumortherapie. Bis heute sind Tyrosinkinaseinhibitoren beim fortgeschrittenen
HCC (BCLC C) sowie im intermediären Stadium nach Progress unter lokoregionärer Therapie
die einzig zugelassenen Erst- und Zweitlinientherapeutika in Europa. Der VEGFR2 Antikörper
Ramucirumab ist das erste Präparat für eine individualisierte, Biomarker-abhängige
Tumortherapie beim HCC. Große Hoffnung für die Therapie des HCCs liegt in der Immuntherapie
mittels Checkpoint-Inhibitoren.