B&G Bewegungstherapie und Gesundheitssport 2020; 36(06): 257-263
DOI: 10.1055/a-1292-6711
Praxis

Bewegungsförderung bei Menschen in schwierigen Lebenslagen

Die Projekte BIG und GESTALT als Beispiele nachhaltiger Bewegungsförderung im kommunalen SettingPhysical activity promotion for people in difficult situationsThe BIG and GESTALT projects as examples of sustainable physical activity promotion in the municipal setting
Tobias Fleuren
*  Diese Autoren haben im gleichen Umfang zum Artikel beigetragen.
1  Department für Sportwissenschaft und Sport, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
,
Annika Herbert-Maul
*  Diese Autoren haben im gleichen Umfang zum Artikel beigetragen.
1  Department für Sportwissenschaft und Sport, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
,
Stephanie Linder
*  Diese Autoren haben im gleichen Umfang zum Artikel beigetragen.
1  Department für Sportwissenschaft und Sport, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
,
Wolfgang Geidl
1  Department für Sportwissenschaft und Sport, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
,
Anne Kerstin Reimers
1  Department für Sportwissenschaft und Sport, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
,
Karim Abu-Omar
1  Department für Sportwissenschaft und Sport, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
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Zusammenfassung

Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der Bewegungsförderung bei Menschen in schwierigen Lebenslagen und den besonderen Herausforderungen, die an eine erfolgreiche Umsetzung entsprechender Programme und Interventionen für diese Personengruppen gestellt werden. Anhand zweier Praxisbeispiele wird aufgezeigt, wie Bewegungsförderung für schwer erreichbare Adressat*innen durch partizipative Ansätze gelingen kann. Das BIG-Projekt (Bewegung als Investition in Gesundheit) bietet einen Ansatz für Frauen in schwierigen Lebenslagen. Bei GESTALT (GEhen, Spielen und Tanzen Als Lebenslange Tätigkeiten), einem Bewegungsprogramm zur Demenzprävention, werden Personen ab 60 Jahren adressiert, die bislang nur unzureichend oder gar nicht körperlich aktiv sind. Damit solche Projekte auf möglichst viele neue Kommunen übertragen werden können, muss die bisherige enge wissenschaftliche Begleitung durch mehr Verantwortung und Eigenständigkeit in den Kommunen ersetzt werden. Für die Praxis der Bewegungsförderung bedeutet dies, dass eine Erweiterung von Ausbildungsinhalten in Betracht gezogen werden sollte, um die notwendigen Kompetenzen und Strategien zu vermitteln, damit schwierige Zielgruppen adäquat erreicht werden.

Summary

This article deals with the promotion of physical activity among people in difficult situations and the special challenges posed to the successful implementation of appropriate programmes and interventions for these groups of people. Two practical examples show how physical activity promotion for prospective participants that are hard to reach can be achieved through participatory approaches. The BIG project (movement as an investment in health) offers an approach for women in difficult situations. GESTALT (walking, playing and dancing as lifelong activities), a physical activity program for dementia prevention, targets people over the age of 60 who are hitherto insufficiently or not physically active. In order for such projects to be transferred to as many new municipalities as possible, the existing scientific support must be replaced by more responsibility and autonomy in the municipalities. In the context of promoting physical activity, this means that an extension of training content should be considered in order to provide the necessary skills and strategies to adequately reach difficult target groups.



Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
02. Dezember 2020 (online)

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