physiopraxis 2021; 19(03): 6-9
DOI: 10.1055/a-1368-1967
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Wo erkranken wir woran? –Infoseite des WIdO

Die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Erkrankung zu bekommen, scheint damit zusammenzuhängen, wo wir hierzulande leben. Dies geht aus einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Auf der interaktiven Webseite www.krankheitslage-deutschland.de können sich Interessierte darüber informieren, wie 18 bedeutende Krankheiten in Deutschland verbreitet sind. Die Daten sind nach 96 Wohnregionen sowie nach Alter und Geschlecht der Betroffenen geordnet.

Das Institut hat die Ergebnisse für das Innovationsfonds-Projekt „BURDEN 2020 – Die Krankheitslast in Deutschland und seinen Regionen“ ermittelt, das es gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut und dem Umweltbundesamt durchführt. „Die regionalen Kennzahlen können Landräten und Bürgermeistern helfen, ihre regionale Situation einzuordnen und Ansätze zu entwickeln, um die gesundheitliche Versorgung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort zu verbessern“, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.

Zu den Erkrankungen, die auf der Webseite dargestellt sind, gehören kardiovaskuläre und psychische Erkrankungen, Krebs- und Atemwegserkrankungen, Diabetes Typ 1 und Typ 2 sowie Demenz. Bei den meisten gilt: Je älter die Menschen werden, desto höher ist für sie auch das Risiko, eine der genannten Krankheiten zu bekommen.

Das zeigt sich zum Beispiel bei der koronaren Herzkrankheit: Die Erkrankungshäufigkeit bei Personen zwischen 45 und 59 Jahren liegt bei 3,1 Prozent und steigt danach kontinuierlich an, sodass sie bei Personen ab 85 Jahren bereits bei 34,2 Prozent liegt. Bei Männern dieser Altersgruppe beträgt sie sogar 43,2 Prozent, bei Frauen sind es 30,1 Prozent.

Interessant sind außerdem die regionalen Unterschiede. In Hamburg beispielsweise haben nur 4,9 Prozent der Bevölkerung eine koronare Herzkrankheit, in Sachsen-Anhalt hingegen ist der Anteil der betroffenen Bevölkerung mit 10,2 Prozent mehr als doppelt so hoch. „Die regionalen Unterschiede der Krankheitshäufigkeiten sind auch durch demografische Faktoren erklärbar. Sie haben ihre Ursache in unterschiedlichen Alters- und Geschlechtsstrukturen der regionalen Bevölkerung“, erklärt Helmut Schröder vom WIdO. Zudem beeinflussen Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung und Übergewicht die Krankheitshäufigkeiten. Mehr Infos: www.krankheitslage-deutschland.de > „Hintergrundinformationen“.

mru



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Article published online:
12 March 2021

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