Balint Journal 2021; 22(01): 25-27
DOI: 10.1055/a-1376-5384
Tagungsbericht

30 Jahre „Brandenburgische Akademie für Tiefenpsychologie und Analytische Psychotherapie e.V.“ (BATAP 1990–2020) – Kooperation mit der Deutschen Balint-Gesellschaft (DBG)

Wolfram Zimmermann

Der Anlass

In der ehemaligen DDR wirkte die am 10.Juni 1960 am Rande einer psychiatrischen Fachtagung an der Leipziger Universität von führenden Fachvertretern aus Berlin, Leipzig, Jena und, Uchtspringe gegründete „Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie der Deutschen Demokratischen Republik“ (GÄPT) als psychotherapeutische Fachgesellschaft landesweit. Diese Fachgesellschaft hatte nicht nur eine „...sehr lebendige ...und wechselvolle Geschichte..“, sondern sollte auch „..die einzige Medizinisch-Wissenschaftliche Gesellschaft der DDR werden, die die Wende überlebte…nicht zuletzt deshalb, weil sie auf ihrem Gebiet ein Stück Wende vorwegnahm (1,151) und eine wertvolle Kooperation von Ärzten und Psychologen realisierte. Auf ihrem 12.Jahreskongress mit internationaler Beteiligung vom 17.–19.01.1989 wurde die GÄPT nach spannenden, Diskussionen auf einer Mitgliederversammlung umbenannt in „Gesellschaft für Psychotherapie, Psychosomatik und Medizinische Psychologie (GPPMP)“. Diese wissenschaftliche Fachgesellschaft wurde damit der so wertvollen Integration der unter ihrem Dach vereinten Sektionen in paritätischer Kooperation von Ärzten und Psychologen (!) gerecht und wirkte bis Anfang 2003.

Zu Beginn der 1970-er Jahre gründeten sich für die regionale fachlich konzentrierte Weiter- und Fortbildung von Ärzten und Psychologen unter der Schirmherrschaft des Vorstandes der damaligen GÄPT jeweils in allen existierenden DDR-Bezirken eigenständig wirksame Regionalgesellschaften, die u. a. auch regionale curriculäre Weiterbildungen in Kooperation von Ärzten und klinischen Psychologen realisierten. So existierte auch eine in allen 3 DDR-Bezirken Potsdam, Cottbus und Frankfurt/O gegründete „Regionalgesellschaft für Ärztliche Psychotherapie “(RGÄPT) mit einem für drei Jahre gewählten Vorstand. Anfang 1982 übernahm ich nach einer Mitgliederversammlung und geheimen Wahl den Vorstands-Vorsitz in der RGÄPT-Frankfurt (O.) von Sigmar Scheerer. Er wurde 1.Stellvertreter und leitete engagiert die kontinuierlicher Balintarbeit, zu DDR-Zeiten noch als sog. „Problemfall-Seminar“ benannt. Kurze Zeit nach dem mit gewaltiger gesellschaftlicher wie emotional-individueller Dynamik begonnenen „Wende“-Geschehen nach der Grenzöffnung (09.11.1989) entschlossen sich die drei Vorsitzenden der RGÄPT in Potsdam, Cottbus, Frankfurt/O.(Seefeld, Kirchner und Zimmermann) im Januar 1990 , gestützt durch Beschlüsse der Mitgliederversammlungen zum Aufbau eines nach damaligem Stand staatlich anerkannten Psychotherapeutischen Ausbildungsinstituts. Dazu trafen wir uns neben vielen vorhergehenden Vorbereitungen u. a. einen Tag vor der ersten freien Wahl der DDR-Volkskammer, am 17.März 1990, in der damaligen Psychotherapeutischen Ambulanz der Stadt Cottbus in der Bahnhofstraße bei Roger Kirchner. Wir bereiteten viele inhaltliche und formal-juristische Details vor für die Realisierung einer konstituierenden Gründungsversammlung eines solchen Instituts, angesetzt zum 28.Juli 1990. An diesem Tag wurde dann die Gründung eines Psychotherapeutischen Ausbildungsinstituts in verwaltungsrechtlicher Form eines „e.V.“, die damals noch so benannte „Brandenburgische Akademie für Psychosoziale Weiter- und Fortbildung e.V.“ mit Sitz in Cottbus beschlossen. Es wurde ein zunächst kommissarisch tätiger Vorstand (Kirchner, Zimmermann, Seefeld, Kerber, Pickert) gewählt. Zugleich wurde eine durchzuführende erste Ordentliche Akademie-Mitgliederversammlung mit einer geheimen Wahl eines ersten Vorstandes der Akademie für den 01. November 1990 in der damaligen Psychosomatischen Fachklinik in Potsdam-Neufahrland beschlossen. In Neu-Fahrland wurde dann am 01.11.1990 der erste Ordentliche Vorstand dieser „Brandenburgischen Akademie“ mit Vorsitzendem, 2 Stellvertretern und Schatzmeister gewählt (Kirchner, Zimmermann, Seefeld und Pickert). Diese Akademie wurde dann gemäß der Konzentration auf ihre spezifischen Funktionen für die tiefenpsychologische und psychoanalytische Aus-,Weiter- und Fortbildung von Ärzten und Psychologen Anfang 1994 auf einer Akademieversammlung durch einstimmigen Beschluss in „Brandenburgische Akademie für Tiefenpsychologie und analytische Psychotherapie e.V.“ (BATAP) umbenannt. Das 30-jährige Jubiläum des Instituts und die engagierte Kooperation mit der DBG via kontinuierlicher Balintarbeit und Leiterausbildung soll mit diesem kleinen Beitrag gewürdigt werden.



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Publication Date:
16 April 2021 (online)

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