Radiologie up2date 2021; 21(04): 329-348
DOI: 10.1055/a-1493-0487
Urogenitale Radiologie

Klinik, Diagnostik und Differenzialdiagnostik von Fehlbildungen des weiblichen Genitaltrakts

Clinical presenting, diagnosis and differential Diagnosis of female Genital Anomalies
Iryna Prots
,
Andreas Gutzeit
,
Rosemarie Forstner

Uterine Fehlbildungen können asymptomatisch sein oder mit chronischen Schmerzen, Fertilitätsstörungen oder Amenorrhö assoziiert sein. Die MRT ist eine wertvolle diagnostische Methode, die den klinischen Befund und die Ultraschalldiagnostik ergänzt. Sie ermöglicht nicht nur die Klassifikation uteriner Fehlbildungen und die Information über weitere Pathologien, sondern ist auch essenziell für eine präoperative Planung.

Kernaussagen
  • Die MRT kommt ergänzend bei nicht konklusiver Sonografie oder zur näheren Klassifizierung von Uterusfehlbildungen zum Einsatz.

  • Die MRT gilt als Methode der Wahl zur Planung rekonstruktiver chirurgischer Maßnahmen.

  • Das Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom ist charakterisiert durch ein Fehlen oder die rudimentäre Anlage des Uterus und der Vagina und manifestiert sich als primäre Amenorrhö.

  • Die Beurteilung der Funduskontur ist das wichtigste Unterscheidungskriterium bei Doppelfehlbildungen. Der Uterus septus hat eine normale konvexe Außenkontur des Fundus, während Uterus didelphys und bicornis eine herzförmige Außenkontur aufweisen.

  • Beim Uterus septus erlaubt die MRT die für die Operationsplanung wichtige Information über die Zusammensetzung des Septums (muskulär oder/und fibrös).

  • Die Nierenhypoplasie ist die häufigste der begleitenden Fehlbildungen des renalen Systems. Sie tritt gehäuft beim Uterus didelphys, Uterus unicornis und dem MRKHS auf.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
04. Dezember 2021

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