Zusammenfassung
Hintergrund Im Verlauf der letzten Jahre werden zunehmend mehr OP-Mikroskope mit OCT-Modul (intraoperatives
OCT, iOCT) verfügbar, die in Echtzeit hochauflösende Aufnahmen des OP-Situs liefern.
Nachdem eine Erhebung 2018 an unserer Klinik nur in 2,4% aller Operationen einen intraoperativen
Zusatznutzen der iOCT ergab, der Hersteller aber die Hardware und Software überarbeitet
hat, führten wir erneut eine Nutzenanalyse der Technologie durch.
Material und Methoden Prospektive monozentrische Analyse zu Einsatz und Anwenderfreundlichkeit eines EnFocus
Ultra-Deep OCT (Leica Microsystems) über einen Zeitraum von 25 (2018) bzw. 20 Werktagen
(2021). Anhand eines standardisierten Fragebogens wurde die Verwendung der iOCT auf
den OP-Verlauf durch die Operateure bewertet.
Ergebnisse 2018 wurden über einen Zeitraum von 25 Tagen 118 Operationen und 2021 über 20 Tage
92 Operationen durchgeführt. 2018 wurde die iOCT-Funktion in 24,6% und 2021 in 48,9%
aller Eingriffe eingesetzt, wobei sich in beiden Jahren die iOCT nach Einschätzung
durch die Operateure in 2,4% bzw. 3,3% als „entscheidend“ für den OP-Verlauf erwies.
Hierbei handelte es sich um Operationen, bei denen der intraokulare Einblick limitiert
war, wie z. B. bei dekompensierter Hornhaut, Glaskörperblutung oder nach Voroperationen
wie z. B. nach perforierender Keratoplastik.
Schlussfolgerung Durch die Weiterentwicklung der Nutzeroberfläche wurde eine Verbesserung der Bedienbarkeit
erzielt und das iOCT deutlich häufiger verwendet. Die iOCT erwies sich in vergleichbar
wenigen Operationen, insbesondere bei komplexen Ausgangslagen, als verlaufsentscheidend.
Schlüsselwörter
Opththalmochirurgie - intraoperatives OCT - digitale Mikroskopie - Nutzerevaluation