Zusammenfassung
Ziel der Studie
In der vorliegenden Studie wird untersucht, inwiefern Resilienz(faktoren)
sowie Strategien der Risikovermeidung mit der Entwicklung eines
kontrollierten ATS-Gebrauchs bei frequenten Konsumierenden in Zusammenhang
stehen können.
Methodik
Quantitative, querschnittliche Erhebung mit standardisierten Fragebögen auf
Tablets (CAPI). Erhebung von Konsumprävalenzen, -motiven sowie -regeln.
Unkontrollierter Konsum in Form einer ATS-Abhängigkeit wurde mit Hilfe der
Severity of Dependence Scale (SDS) festgestellt. Faktoren, die einen
kontrollierten Konsum unterstützen (bzw. gefährden) können, wurden mittels
einer logistischen Regression identifiziert.
Ergebnisse
Mehr als der Hälfte der frequenten ATS-Konsumierenden gelingt es, ein
kontrolliertes ATS-Konsummuster auszubilden und keine Abhängigkeit zu
entwickeln. Faktoren, die kontrollierten Konsum unterstützen können, sind
ein erhöhtes Maß an Resilienz, das Befolgen von Konsumregeln, sowie der
Verzicht auf ATS-Konsum an Arbeitstagen. Kritische Lebensereignisse sowie
ATS-Konsum, um Stress und dysphorische Stimmungen zu bewältigen, erhöhen die
Wahrscheinlichkeit für einen unkontrollierten Konsum.
Schlussfolgerung
Ein frequenter ATS-Konsum über mehrere Jahre führt nicht zwangsläufig zu
einem unkontrollierten Konsum. Wenn aber Personen, die Probleme mit dem
Konsum von ATS entwickelt haben, professionelle Hilfe suchen, ist es aus
einer salutogenetischen Perspektive empfehlenswert, einen
ressourcenorientierten Ansatz zu wählen, vorhandene Resilienz zu stärken und
dabei zu unterstützen, Konsumregeln aufzustellen und einzuhalten. Diese
Regeln müssen nicht zwingend auf vollständige Abstinenz abzielen. Bei
Personen, die nicht völlig auf den ATS-Konsum verzichten können oder wollen,
könnte eine Verbesserung ihrer Gesundheits- und Lebenssituation erreicht
werden, indem ein sicherer oder schadensminimierter Konsum durch spezifische
Regeln gefördert wird.
Abstract
Purpose
The present study aims to investigate the association of resilience (factors)
and risk avoidance strategies with the development of controlled ATS use in
frequent users.
Methods
Quantitative, cross-sectional survey with standardized questionnaires on
tablets (CAPI). Assessment of consumption prevalence, motives and rules.
Uncontrolled consumption in the form of ATS dependence was determined using
the Severity of Dependence Scale (SDS). Factors that can support (or
jeopardize) controlled consumption were identified using a logistic
regression model.
Results
More than half of the frequent ATS users managed to develop a controlled ATS
consumption pattern and did not develop dependence. Factors that can support
controlled consumption are an increased level of resilience, following
consumption rules and abstaining from ATS consumption on workdays. Critical
life events and ATS use to cope with stress and dysphoric moods increase the
likelihood of uncontrolled use.
Conclusion
If people who have developed problems with ATS use seek professional help, it
is recommended from a salutogenetic perspective to adopt a resource-oriented
approach, to strengthen existing resilience and to support them in
establishing and adhering to consumption rules. These rules do not
necessarily have to be aimed at complete abstinence. For people who cannot
or do not want to fully abstain from ATS use, an improvement in their health
and life situation could be achieved by promoting safe or harm-reduced use
through specific rules.
Schlüsselwörter Amphetaminartige Stimulanzien - frequenter Konsum - kontrollierter - Konsum - Resilienz
- Salutogenese
Keywords amphetamine-type stimulants - frequent use - controlled use - resilience - salutogenesis