Zusammenfassung
Hintergrund
Die Magnetresonanztomografie (MRT) stellt das bevorzugte Verfahren zur bildgebenden
Verlaufskontrolle nach interventioneller Therapie des hepatozellulären Karzinoms (HCC)
dar. Ziel dieser Übersichtsarbeit ist es, die charakteristischen zeitabhängigen MRT-Veränderungen
nach transarterieller Chemoembolisation (TACE), Radiofrequenz- und Mikrowellenablation
(RFA, MWA), selektiver interner Radiotherapie (SIRT) und stereotaktischer Strahlentherapie
(SBRT) darzustellen sowie die Bedeutung standardisierter Klassifikationssysteme (mRECIST,
EASL, LI-RADS-TR) für eine strukturierte Befundung zu erläutern.
Methode
Für diesen Artikel wurde eine strukturierte Literaturrecherche in PubMed für den Zeitraum
2000 bis 2025 durchgeführt. Als Suchbegriffe wurden „hepatocellular carcinoma“, „magnetic
resonance imaging“, „thermal ablation“, „transarterial chemoembolization“, „transarterial
radioembolization“, „stereotactic body radiotherapy“ und „treatment response“ verwendet.
Ergänzend wurden aktuelle nationale und internationale Leitlinien berücksichtigt sowie
hausinterne Erfahrungswerte in die Darstellung einbezogen.
Ergebnisse
Postinterventionelle Veränderungen in der MRT variieren je nach eingesetztem Therapieverfahren.
Nach Thermoablation und TACE treten typische morphologische Veränderungen unmittelbar
auf, wohingegen sich Therapieeffekte der SIRT und SBRT erst nach Wochen bis Monaten
eindeutig manifestieren. Eine fundierte Kenntnis der standardisierten Bewertungssysteme
mRECIST, EASL und LI-RADS-TR ist essenziell, um eine präzise und strukturierte Bewertung
des Therapieansprechens sicherzustellen.
Schlussfolgerung
Die Kenntnis spezifischer MRT-Befunde und standardisierter Bewertungssysteme ist entscheidend
für die strukturierte Nachsorge des hepatozellulären Karzinoms nach interventioneller
Therapie. Limitationen ergeben sich aus der Heterogenität der Befunde, variablen zeitlichen
Verläufen sowie möglichen Einflüssen von Kombinationstherapien. Zudem wurden Systemtherapien
nicht berücksichtigt, wodurch die Übertragbarkeit eingeschränkt ist.
Kernaussagen
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Die Magnetresonanztomografie ist für die Beurteilung des Therapieansprechens und zur
Früherkennung von Rezidiven nach interventioneller Therapie des hepatozellulären Karzinoms
unerlässlich.
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Morphologische Veränderungen nach Therapie sind verfahrensabhängig und zeigen deutliche
Unterschiede im zeitlichen Verlauf. SIRT und SBRT zeigen verzögerte Veränderungen,
während TACE und Thermoablation unmittelbare Effekte aufweisen.
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Standardisierte Klassifikationssysteme (mRECIST, EASL, LI-RADS-TR) ermöglichen eine
strukturierte und reproduzierbare Bewertung des Therapieansprechens.
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Die Kenntnis charakteristischer Befunde und potenzieller Fallstricke ist entscheidend,
um Residualtumor, Rezidiv und therapiebedingte Veränderungen zuverlässig zu unterscheiden.
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Die Arbeit leistet einen Beitrag zum aktuellen Wissensstand, indem sie die vorhandene
Evidenz systematisch zusammenführt und praxisorientiert im Kontext der MRT-Bildgebung
nach interventioneller Therapie darstellt.
Zitierweise