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DOI: 10.1055/a-2771-1096
Mitteilungen der DGT im Zentralblatt für Chirurgie
Erfolgreiche D-A-CH-Jahrestagung in Bregenz
Die 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie in Bregenz am Bodensee, die zum 6. Mal als D-A-CH-Tagung gemeinsam mit der Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaft vom 17. bis 19. September 2025 unter dem Motto „Grenzen überwinden mit Weitblick“ stattfand, war ein großer Erfolg.
Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung wurde Dr. med. habil. Detlev Branscheid für seine Verdienste für die Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT), deren Präsident er von 2005 bis 2007 war, und für die European Society of Thoracic Surgeons (ESTS), deren Generalsekretär er in den Jahren 1993 bis 2000 war, mit der Ehrenmitgliedschaft der DGT ausgezeichnet.
Erstmalig wurde die Vogt-Moykopf-Medaille der DGT 2025 verliehen. Erster Preisträger ist Prof. Dr. Bernward Passlick aus Freiburg, der die Medaille durch den scheidenden Präsidenten Dr. Ludger Hillejan überreicht bekam.
Der Festvortrag wurde von Alexander Huber, Profibergsteiger und Extremkletterer sowie diplomierter Physiker, gehalten. Zum Thema „Grenzen überwinden“ gelang es ihm, mit beeindruckenden Bildern und Filmen von seinen Expeditionen eine Brücke vom Alpinismus zu Entscheidungsmomenten und Verantwortung in der Chirurgie zu schlagen.
In 16 wissenschaftlichen Sitzungen sowie 3 Postersitzungen wurden insgesamt 137 eingesandte wissenschaftliche Beiträge präsentiert und diskutiert. Zusätzlich wurden fächerübergreifende klinisch-wissenschaftliche Themen in 3 Joint-Sessions in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie beleuchtet. Kennzeichnend für die wachsende Bedeutung von Kongressen für den informellen Erfahrungsaustausch sowie die Vermittlung von praktischen Fertigkeiten fanden über die 3 Kongresstage insgesamt 11 Workshops statt. Das wissenschaftliche Programm wurde durch 6 Industriesymposien und 2 Expertentalks ergänzt.
Im mittlerweile traditionell durchgeführten D-A-CH-Cup, bei dem jeweils ein Team aus Deutschland, Österreich und der Schweiz teilnahm, mussten die Teams zu unterschiedlichen Themen aus der Thoraxchirurgie Fragen beantworten. Das Publikum konnte sich ebenfalls aktiv an der Beantwortung der Fragen beteiligen. Am Ende konnte das Team aus Deutschland den Pokal mit nach Hause nehmen.
An den ersten beiden Kongresstagen fand parallel zu den ärztlichen Veranstaltungen die Fachtagung für medizinische Assistenz- und Pflegeberufe statt. In zahlreichen Vorträgen und 4 Workshops lag der Fokus auf Transformation der Krankenhausstrukturen im D-A-CH-Raum, ERAS-Implementierung, robotikassistierte Thoraxchirurgie, Immuntherapie, Thoraxdrainagenmanagement, postoperatives Delirmanagement und Palliativmedizin in der Thoraxchirurgie.
Am 2. Kongresstag erfolgte die Fachtagung für die Mitarbeitenden der Lungenkrebszentren. Die ganztägige Veranstaltung gliederte sich in die 3 Themenblöcke Klinik, Zentrumsstrukturen und Dokumentation. Im Zentrum standen neben der Immuntherapie und der neuen TNM-Klassifikation auch aktuelle strukturelle Themen wie das mehrstandortige Lungenkrebszentrum und das Lungenkrebsscreening. Im Rahmen der Dokumentation wurde die Onkobox 2.0, das klinische Krebsregister Baden-Württemberg sowie relevante Begriffsdefinitionen zum Follow-up vorgestellt.
Erstmals wurde ein Initiierungsworkshop der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Nachwuchsakademie für patientenorientierte Forschung in der Thoraxchirurgie unter Mitwirkung der DFG veranstaltet. Ziel der Nachwuchsakademie ist es, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Thoraxchirurgie und angrenzenden Disziplinen gezielt bei der Entwicklung und Umsetzung eigenständiger Forschungsprojekte zu fördern und so die patientenorientierte klinische Forschung in diesem Fachgebiet nachhaltig zu stärken.
Ganz im Sinne des D-A-CH-Kongresses fand der Gesellschaftsabend am Abend des 2. Kongresstages in der Eilguthalle in Lindau statt. Getreu dem Motto „Grenzen überwinden mit Weitblick“ fuhren die Teilnehmer mit dem Schiff über den Bodensee von Bregenz (Österreich) nach Lindau (Deutschland). Neben der Preisverleihung bekamen die Teilnehmer durch die Schwestern Theresa und Johanna Gauß einen musikalischen und technischen Eindruck von der Seebühne in Bregenz übermittelt, indem sie neben der musikalischen Umrahmung des Festabends u. a. mehrere Arien aus der Oper „Der Freischütz“ präsentierten.
Insgesamt war die 34. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie ein voller Erfolg. Die 730 Teilnehmenden aus der Ärzteschaft, der Pflege und der Industrie zeigten sich mit der Organisation und den Kongressinhalten sehr zufrieden. Hierzu trug auch das herrliche spätsommerliche Wetter bei.
R. Scheubel
Wangen im Allgäu
Publication History
Article published online:
16 February 2026
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