Fortschr Röntgenstr 2008; 180(10): 873
DOI: 10.1055/s-0028-1085558
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Koronare Herzkrankheit - Hohe diagnostische Genauigkeit in der 3-T-MRT

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Publication Date:
02 October 2008 (online)

 

Die Kernspintomografie (MRT) des Myokards mit Darstellung der Koronargefäße wird zunehmend eingesetzt. Ihre diagnostische Wertigkeit ist aber weiterhin Gegenstand kontroverser Diskussionen. Am Deutschen Herzzentrum Berlin prüften R. Gebker et al., ob und welche Gefäßstenosen sich bei 3 Tesla zuverlässig abbilden lassen. Radiology 2008; 247: 57–63

Hauptnachteile der gängigen, nicht invasiven Untersuchungsmethoden (SPECT/PET) sind Strahlenbelastung, unzureichende Verfügbarkeit und schlechte Auflösung. Alternativ gelang mit der MRT eine Abbildung der Koronargefäße von vergleichbarer Genauigkeit. Die Autoren untersuchten 104 Patienten mit einer Perfusions-MRT (mit Stressinduktion) bei 3 Tesla, um eine besonders gute Kontrastierung zu erreichen. Bei allen Patienten bestanden Gefäßstenosen oder wurden vermutet. Zwei Drittel der Patienten waren Männer. Das Durchschnittsalter betrug 62 Jahre. Wegen schlechter Aufnahmequalität (n=1) oder unerwünschter Adenosineffekte (n=2) wurden 3 Patienten ausgeschlossen. Zwei erfahrene Radiologen werteten die Aufnahmen in Unkenntnis der Vorgeschichte oder des angiografischen Vergleichsbefundes aus.

Angiografisch hatten 70 Patienten eine manifeste koronare Herzkrankheit. Die 3T-MRT erfasste hämodynamisch relevante Stenosen (>50 %) mit einer Sensitivität und Spezifität von 90 respektive 84 %. Bei 1- und 2-Gefäßerkrankungen betrug die Sensitivität jeweils 88 % und erreichte bei 3-Gefäßerkrankungen 100 %. Gebker et al. untersuchten außerdem die einzelnen Gefäßbereiche. Für die Koronargebiete ergaben sich insgesamt eine Sensitivität von 76 %, eine Spezifität von 89 % und eine diagnostische Genauigkeit von 86 %. Artefakte traten bei 24 % auf und betrafen hauptsächlich die linke Koronararterie (56 %). Die Befunde der Untersucher wiesen eine hohe Übereinstimmung auf.