Zusammenfassung
Die geschmackwahrnehmenden Organe sind bei den Säugetieren und beim Menschen in Form
der Geschmacksknospen im Epithel der Mund– und Rachenhöhle weit verbreitet. Die zu
schmeckenden Stoffe gelangen durch den Geschmacksporus in das Geschmacksgrübchen,
wo sie mit den Rezeptorzellen in Berührung kommen. Die Oberflächen der Geschmackszellen
besitzen Mikrovilli. Im übrigen sind die Geschmackszellen cytologisch unauffällig.
Neben den Rezeptorzellen kommen in den Geschmacksknospen noch andere Zellen vor, die
als Differenzierungsstadien nachwachsender Geschmackszellen aufzufassen sind. Die
Lebenszeit einer Geschmackszelle beträgt etwa 250 Stunden. Der Zellersatz erfolgt
durch Teilung der peripheren Zellen der Geschmacksknospe. In den Geschmacksknospen
bestehen Synapsen zwischen den eindringenden Fasern und den Rezeptorzellen. Hier wird
die Geschmackserregung an das Nervensystem weitergegeben. Die in das Epithel eindringenden
Nerven lösen die Ausbildung der Geschmacksknospen aus. Ein Anhalt dafür, daß einzelne
Geschmacksknospen für die Wahrnehmung einer bestimmten Geschmacksqualität verantwortlich
sind, ist morphologisch nicht gegeben.