Zusammenfassung
Sowohl am normalen als auch am insuffizienten Herzen ist mit Hilfe der Kontraktilitätsparameter
nach akuter Digitalisierung eine positive Inotropie nachweisbar. Das Ausmaß der Inotropiesteigerung
ist in beiden Fällen relativ gering. Der geschwindigkeitssteigernde Effekt der Glykoside
scheint am insuffizienten Herzen etwas stärker zu sein. Nur am insuffizienten Herzen
geht die Digitaliswirkung in Ruhe und unter körperlicher Belastung mit einer Steigerung
des Schlagvolumens und der äußeren Herzarbeit einher, während der enddiastolische
Druck abnimmt. Damit sind die Digitalisglykoside in der Lage, eine belastungsbedingte
Stauungsinsuffizienz günstig zu beeinflussen. Eine Indikation zur Digitalisierung
ergibt sich bei Patienten, bei denen unter Belastung ein Anstieg des enddiastolischen
Druckes und eine verminderte Kontraktilitätsreserve nachzuweisen oder zu erwarten
sind. Die durch das Glykosid verbesserte Kontraktilität des Herzens und die ständige
Reduzierung des enddiastolischen Druckes machen den positiven Digitaliseffekt aus.
Es ist zu erwarten, daß bei einer Dauerdigitalisierung das Herz ständig sowohl in
Ruhe als auch unter Belastung von diesen beiden Mechanismen profitiert. Die Kontraktilitätssteigerung
durch das Glykosid ist dabei so gering, daß sie keine wesentliche Veränderung des
Sauerstoffverbrauchs hervorruft.
Summary
Intra-ventricular pressures were measured at rest and during simulated exercise before
and after intravenous administration of 0.6 mg beta-methyldigoxin in 16 patients (right
ventricular measurements in 11, left ones in five), measurements in the right ventricle
being taken before and 30–45 min after, in the left ventricle before and 20 min after
injection of the drug. There was an increase in stroke volume and maximal cardiac
work, while end-diastolic pressure fell. Cardiac glycosides can, therefore, favourably
influence congestive cardiac failure on physical exertion. Digitalization is indicated
in those patients who, on exercise, have an increased end-diastolic pressure and reduced
contractility. The positive digitalis effect consists of improved contractility and
sustained reduction in enddiastolic pressure. On maintenance digitalization it is
to be expected that the heart will profit from both mechanisms, both at rest and during
exercise. The increased contractility caused by the glycosides is, however, so small
that it does not cause any significant change in oxygen consumption.