Zusammenfassung
Verlaufsbeobachtungen bei zwei Patienten mit Morbus Hodgkin und einem mit Bronchuskarzinom
ergaben die Abhängigkeit eines paraneoplastischen nephrotischen Syndroms von der Tumorausbreitung.
Insgesamt siebenmal konnte eine Tumorexazerbation mit nephrotischem Schub bei den
beiden Patienten mit Morbus Hodgkin beobachtet werden, sechsmal eine gleichsinnige
Rückbildung beider Krankheitsmanifestationen unter zytostatischer Therapie. Bei dem
Patienten mit Bronchuskarzinom war 14 Tage nach Tumorresektion eine nennenswerte Proteiñurie
nicht mehr nachweisbar. Bei einer weiteren Patientin trat ein nephrotisches Syndrom
gleichzeitig mit einer malignen Entartung von Condylomata acuminata auf. Bei den beiden
Patienten mit Morbus Hodgkin fand sich histologisch nur das Bild von minimalen Glomerulumläsionen,
der immunhistologische Befund war in beiden Fällen negativ. Bei den beiden Karzinom-Patienten
wurde histologisch eine perimembranöse Glomerulonephritis diagnostiziert. Immunhistologisch
war eine granuläre Ablagerung von IgG und Komplement nach Art einer Immunkomplexnephritis
nachweisbar. Bei Patienten mit Karzinomen scheinen andere pathogenetische Mechanismen
zum nephrotischen Syndrom zu führen als bei Patienten mit malignen Lymphomen.
Summary
Follow-up observations in two patients with Hodgkin's disease and one patient with
bronchial carcinoma demonstrated the dependency of the paraneoplastic nephrotic syndrome
on the spread of the tumour. Seven exacerbations of the tumour with nephrotic relapse
were observed in the two patients with Hodgkin's disease, in six instances a parallel
regression of both disease manifestations under cytostatic therapy. 14 days after
tumour resection a significant proteinuria was no longer detectable in the patient
with bronchial carcinoma. In a further patient the nephrotic syndrome occurred at
the same time as malignant degeneration in condylomata acuminata. In both patients
with Hodgkin's disease histologically only minimal glomerular changes were found,
immunohistological findings were negative in both cases. In both carcinoma patients
histologically a perimembra-nous glomerulonephritis was diagnosed, immunohistologically
granular deposits of IgG and complement were demonstrated.