Zusammenfassung
Die Auswertung der Extremitäten- und Brustwand-EKG von 250 Patienten im Alter von
75—98 Jahren zeigt: 81,4% derjenigen Patienten (188), die keine über das altersbedingte
Maß hinausgehenden (Kurzluftigkeit bei Treppensteigen und körperlicher Anstrengung)
Herzbeschwerden hatten, zeigten „pathologische” EKG.
Unter den EKG-Veränderungen befanden sich alle bekannten Formen.
Der Befund läßt darauf schließen, daß ein großer Teil dieser Veränderungen degenerativ
bedingt oder ein klinisch stummer Restzustand nach abgelaufenen Erkrankungen des Myokards
sein kann.
Das Fehlen subjektiver Herzbeschwerden und klinisch nachweisbarer Dekompensationserscheinungen
bei einwandfrei „pathologischen” EKG-Befunden zeigt eindringlich, wie vorsichtig man
bei der prognostischen Auswertung von pathologischen EKG-Veränderungen sein muß. —
Sind doch alle in dieser Arbeit untersuchten Patienten über 75 Jahre alt geworden!