Zusammenfassung
Bei drei tuberkulosekranken Patienten, die sowohl mit Tuberkulostatika als auch mit
Phenprocoumon behandelt werden mußten, wurden über mehrere Wochen die Prothrombinzeiten
und Phenprocoumon-Plasmaspiegel engmaschig kontrolliert. Die erforderliche Phenprocoumon-Dosis
wurde während dieser Zeit laufend der Prothrombinzeit angepaßt. Während und nach der
Behandlung mit Rifampicin war eine optimale Einstellung der Prothrombinzeit bei zwei
der drei Patienten erheblich erschwert oder unmöglich. Damit bestätigte sich die aus
der Literatur bekannte Wirkungsabschwächung der Cumarine, die durch Rifampicin verursacht
wird. Es zeigte sich aber, daß dieser Effekt des Rifampicins sowohl langsamer einsetzt
als auch langsamer abklingt, als er nach Acenocoumarol oder Warfarin beobachtet wurde.
Aus diesem Grunde ist zu vermuten, daß Acenocoumarol und Warfarin bei der Rifampicinbehandlung
tuberkulosekranker Patienten besser geeignet sind als Phenprocoumon.
Summary
Prothrombin time and plasma phenprocoumon levels were serially controlled, at short
intervals, in three tubercular patients receiving both tuberculostatic drugs and phenprocoumon.
The required phenprocoumon dose was continuously adapted to the prothrombin time values.
During and after treatment with rifampicin optimal levels of prothrombin time were
difficult or even impossible to achieve in two of the three patients. This confirms
the known loss of effectiveness of the coumarins induced by rifampicin. This action
has a slower onset and disappears more gradually than after acenocoumarol or warfarin.
It is, therefore, likely that these two latter drugs are more suitable in patients
treated with rifampicin than phenprocoumon.