pferde spiegel 2009; 12(2): 62-66
DOI: 10.1055/s-0029-1185887
fachspiegel

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Die Afrikanische Pferdepest – eine weitere Tierseuche ante portas?

African Horse Sickness: Are we facing the arrival of yet another Epizootic Disease?Gotthard Ilchmann, Peter-Henning Clausen, Dieter Mehlitz, Burkhard Bauer
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
26. Juni 2009 (online)

Zusammenfassung

Der bedeutendste Überträger der Afrikanischen Pferdepest (APP) in Afrika ist, wie im Falle der Blauzungenkrankheit, die wärmeliebende Gnitzenart Culicoides imicola. Die als Folge des Ausbruchs der Blauzungenkrankheit in Nord- und Mitteleuropa eingeleiteten entomologischen Untersuchungen haben gezeigt, dass auch unsere heimischen Gnitzen durchaus als potenzielle Vektoren für die Verbreitung der Blauzungenkrankheit anzusehen sind. Da es sich bei dem Erreger der Afrikanischen Pferdesterbe wie bei dem der Blauzungenkrankheit um ein Orbivirus handelt, kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch das APP-Virus durch infizierte Equiden eingeschleppt und dann durch einheimische Gnitzen verbreitet und heimisch wird. Aufgrund dieser Erkenntnisse sollte daher die Bedrohung unserer Pferdebestände durch die Afrikanische Pferdepest neu bewertet werden. Die APP ist eine akute bis perakute, hoch fieberhafte schwere Erkrankung der Equiden mit einer charakteristischen Symptomatik und hoher Mortalität. Im klinischen Bild dominieren die Zeichen einer Lungen- und Herzerkrankung, verbunden mit einer möglichen starken Ödembildung, besonders in Lunge, Brustraum und Unterhautgewebe. Eine Behandlung ist nicht möglich und nicht erlaubt. Erkrankte Tiere sind zu töten, mit einer Ringimpfung soll die Weiterverbreitung des Erregers verhindert werden. Einzelheiten der Bekämpfung sind in einer Leitlinie geregelt.

Summary

The biting midge (Culicoides imicola) is the main vector of African Horse Sickness (AHS) and bluetongue (BT) in Africa. Entomological surveys were conducted in much of Europe following an outbreak of BT in northern and central EU countries. The entomological findings have indicated – in the absence of C. imicola – the vectorial capacity of indigenous Culicoides species in transmitting BT. Orbivirus infections are causing BT as well as AHS. Arguably, the presence of a reservoir (infected animal) could therefore lead to a transmission of AHS by indigenous biting midges. In light of these findings there is a need to reassess the risk of our native horse populations contracting AHS. AHS is an acute to peracute, highly febrile disease of equids with distinctive clinical symptoms and high mortality. Predominant clinical signs result from lung and heart damages. Severe oedema in lung, pleura and subcutaneous tissues usually occur. No specific treatment is known. Diseased animals are to be culled; ring vaccination should prevent the spread of the virus. Details of the control are laid down in a directive.

Literatur

PD Dr. Gotthard Ilchmann

Gravenhainstraße 8

15370 Petershagen

PD Dr. Peter-Henning Clausen
Prof. Dr. Dieter Mehlitz
Dr. Burkhard Bauer

Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin
Freie Universität Berlin

Königsweg 67

14163 Berlin