Zusammenfassung
1. In der Resorptionsperiode periappendikulärer entzündlicher Produkte tritt die Bradykardie
fast gesetzmäßig auf und kann mehrere Tage lang, eventuell bis über zwei Wochen bestehen.
2. Bradykardie kann auch nach operativer Eröffnung eines appendikulären Abszesses
in Erscheinung treten und eventuell tagelang fortdauern.
3. Im Anschluß an eine nachträglich in der Ruhezeit vorgenommene Resektion des Wurmfortsatzes
kann die Bradykardie gleichfalls auftreten und fallweise längere Zeit hindurch fortbestehen.
4. Die Zahl der Pulsschläge kann bei Kindern mittleren Alters (zwischen 7—16 Jahren)
auch bis 52 herabsinken — in meinen Fällen schwankte dieselbe im Zeitraum der Bradykardie
zwischen 52 und 80.
5. Die Puls- und Temperaturkurven lassen im Zeitraum der Bradykardie keinen Parallelismus
erkennen — eine Hypapyrexie ist beim Herabsinken der Pulszahl auf das Minimum nicht
zu beobachten.
6. Die unter den obigen Umständen auftretende Bradykardie kann in prognostischer Hinsicht
nicht als ungünstiges Symptom aufgefaßt werden, bei periappendikulärer Exsudation
kann sie sogar als ein Zeichen des beginnenden Resorptionsvorganges gelten.