Pneumologie 2009; 63(6): 329-334
DOI: 10.1055/s-0029-1214673
Empfehlungen

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Empfehlungen für das Tuberkulosescreening vor Gabe von TNF-α-Inhibitoren bei rheumatischen Erkrankungen

Recommendations for Tuberculosis Screening Before Initiation of TNF-α-Inhibitor Treatment in Rheumatic DiseasesR.  Diel1 , 3 , B.  Hauer1 , R.  Loddenkemper1 , B.  Manger2 , 4 , K.  Krüger2 , 5
  • 1Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose, Berlin
  • 2Kommission Pharmakotherapie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, Berlin
  • 3Weiterbildungsstudiengang Public Health, Universitätsklinikum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • 4Medizinische Klinik III, Universität Erlangen-Nürnberg
  • 5Rheumatologisches Praxiszentrum St. Bonifatius, München
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Publication History

Publication Date:
10 June 2009 (online)

Zusammenfassung

Aufgrund des erhöhten Tuberkulose-(TB)-risikos beim Einsatz von TNF-α-Inhibitoren bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis und anderer Autoimmunkrankheiten sollte bei allen Patienten vor anti-TNF-α-Therapie eine aktive TB ausgeschlossen werden und ein Screening auf das Vorliegen einer latenten tuberkulösen Infektion (LTBI) erfolgen. Das Screening sollte eine Röntgen-Thorax-Aufnahme, eine sorgfältige Anamnese und die Durchführung eines hoch-spezifischen Interferon-Gamma-Tests (IGRA) umfassen.[1] Da sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Tuberkulin-Hauttest-(THT)-Ergebnisse in diesen Patientengruppen erwartet werden können, wird der früher durchgeführte THT nur noch in Ausnahmefällen empfohlen. Die Behandlung der LTBI umfasst in aller Regel eine Chemoprävention mit Isoniazid (INH) über 9 Monate.

1 In Zukunft soll die bisherige Abrechenbarkeit der IGRA-Tests über Analogziffern durch eigene EBM-Ziffern abgelöst werden.
In the future, the reimbursement of IGRA tests under an analogue procedure code is expected to be formalized by the application of a code specific to the TB-IGRA procedure.

Literatur

1 In Zukunft soll die bisherige Abrechenbarkeit der IGRA-Tests über Analogziffern durch eigene EBM-Ziffern abgelöst werden.
In the future, the reimbursement of IGRA tests under an analogue procedure code is expected to be formalized by the application of a code specific to the TB-IGRA procedure.

2 Ob und inwieweit sich die Rate nicht interpretierbarer Testergebnisse zwischen den beiden IGRA-Verfahren signifikant unterscheidet, wird in weiteren Vergleichsstudien zu klären sein.

Prof. Dr. Robert Loddenkemper

Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose
Lungenklinik Heckeshorn
HELIOS Klinikum Emil von Behring

Walterhöferstr. 11
14165 Berlin

Email: rloddenkemper@dzk-tuberkulose.de