Gastroenterologie up2date 2009; 5(2): 103-112
DOI: 10.1055/s-0029-1214782
Ösophagus/Magen/Duodenum

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

MALT-Lymphom

Wolfgang  Fischbach
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Publication Date:
30 June 2009 (online)

Kernaussagen

Einteilung und Ätiologie

  • Marginalzonen-B-Zell-Lymphome vom MALT-Typ („MALT-Lymphome”) und diffuse großzellige B-Zell-Lymphome (DLBCL) mit oder ohne MALT-Komponente stellen die bei weitem häufigsten Magenlymphome dar.

  • Der Grad der Malignität (indolent oder aggressiv) und das Lymphomstadium (I – IV) sind die beiden entscheidenden prognostischen Faktoren und therapeutischen Determinanten.

  • Die kausale Bedeutung der Helicobacter-pylori-Infektion für die gastralen MALT-Lymphome steht heute außer Zweifel.

Diagnostik

  • Die Diagnose eines gastralen MALT-Lymphoms basiert auf der Histomorphologie der WHO-Klassifikation, der zufolge lymphoepitheliale Läsionen das Charakteristikum der MALT-Lymphome darstellen.

  • Bei der Verdachtsdiagnose MALT-Lymphom ist ein sorgfältiges Biopsieprotokoll im Sinne des „Gastric Mapping” erforderlich, da bis zu 20 % der Lymphome zugleich niedrigmaligne und hochmaligne, die Therapie bestimmende Anteile aufweisen können.

Therapie

  • Im Stadium I führt die alleinige Keimeradikation in ca. 80 % zu einer kompletten und anhaltenden Lymphomregression. Ein Eradikationsversuch ist auch im Stadium II, bei negativem Helicobacter-pylori-Status und bei den DLCBL im Stadium I gerechtfertigt.

  • Bei fehlendem Ansprechen auf die Eradikationsbehandlung eröffnet die Strahlentherapie bei den lokalisierten MALT-Lymphomen (Stadium I/II) eine hohe kurative Chance.

  • Dies kann auch die Chemotherapie in Kombination mit dem anti-CD20-Antikörper Rituximab in den seltenen Stadien III und IV sowie bei den DLBCL für sich in Anspruch nehmen.

Literatur

Prof. Dr. med. Wolfgang Fischbach

Medizinische Klinik II und Palliativklinik
Klinikum Aschaffenburg

Am Hasenkopf
63739 Aschaffenburg

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