Gastroenterologie up2date 2009; 5(3): 183-194
DOI: 10.1055/s-0029-1215063
Darm/Anorektum

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Proktologie

Gerd  Pommer, Alexander  Herold
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Publication Date:
28 September 2009 (online)

Kernaussagen

Analekzem

  • Das Analekzem ist Folge dermatologischer, allergischer oder proktologischer Erkrankungen. Therapeutisch kommen entsprechende Externa, ggf. kurzzeitig Kortikoide oder die Behandlung der proktologischen Grunderkrankung zum Einsatz.

Hämorrhoiden

  • Fast 70 % der erwachsenden Bevölkerung haben in ihrem Leben ein- oder mehrmals Probleme mit Hämorrhoiden, weshalb die Basistherapie im Sinne einer ausführlichen Beratung bzgl. Ernährung und Hygiene sowie hinsichtlich des Defäkationsverhaltens von großer Bedeutung ist.

  • Darüber hinaus kommen je nach Stadium die Sklerosierungstherapie (Hämorrhoiden I. Grades), die Gummiringligatur (II. und evtl. auch III. Grades) und verschiedene operative Verfahren zur Anwendung (III. und IV. Grades).

Analthrombose

  • Die Analthrombose ist eine Koagelbildung im venösen Plexus hämorrhoidalis caudalis, die somit nicht mit Hämorrhoiden vergesellschaftet ist. Falls ein operatives Vorgehen erforderlich ist, sollte eine komplette Entfernung des Knotens erfolgen, da die Thrombose bei Inzision oder Thrombusexpression häufig rezidiviert.

Analfistel und -abszess

  • Analfisteln sind meist entzündlich entstandene Gangsysteme zwischen Analkanal oder Rektum und der perianalen Haut. Daraus kann sich ein Analabszess als eitrige, abgeschlossene Höhle unterschiedlicher Größe und Lage entwickeln, wodurch die Fistel häufig erst klinisch auffällig wird.

  • Bei der chirurgischen Abszesseröffnung und Drainage sollte zeitgleich oder – wenn dies nicht möglich ist – im Intervall die Quellfistel entfernt werden.

Analfissur

  • Die akute Analfissur ist ein strich- bis spindelförmiger oberflächlicher Einriss des Anoderms, meist im hinteren Kommissurbereich gelegen, der in etwa 50 % der Fälle spontan abheilt und in 70 – 95 % mittels nitrathaltiger Salben oder Kalziumantagonisten zur Herabsetzung des reaktiven Sphinkterhypertonus zur Abheilung gebracht werden kann.

  • Die chronische Analfissur ist ein Ulkus im Anoderm, häufig bereits mit sekundären Veränderungen vergesellschaftet, bei der mit dem gleichen Therapieprinzip noch Heilungsraten von 60 % erreicht werden können. Die übrigen chronischen Analfissuren bedürfen einer operativen Sanierung.

Literatur

Dr. med. Gerd Pommer

Lasiusstraße 29
26122 Oldenburg

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