Literatur
1 Dieser Text präsentiert teilweise Ergebnisse eines vom Schweizerischen Nationalfonds
SNF geförderten Forschungsprojekts (vgl. Bänziger 2008). Ich danke Julia Stegmann
und Annika Wellmann für Hinweise und Kommentare, Roger Staub für die Bereitschaft,
meine Fragen zu beantworten. Für die Möglichkeit, in ihren Archiven zu recherchieren,
bin ich ferner der Aids-Hilfe Schweiz, der Zürcher Aids-Hilfe, dem Bundesamt für Gesundheit
sowie dem Verlagshaus Ringier zu Dank verpflichtet.
2 Das Projekt „Liebe Marta. Ratgeberkommunikation und die mediale Konstruktion sexueller
Selbstverhältnisse im Blick (1980–1995) und in aktuellen Internetforen“ befindet sich zur Zeit in der Abschlussphase.
3 Briefe aus Deutschland erhielt die „Liebe Marta“ auch, weil ihre Kolumne zeitweise
von der Münchner Abendzeitung übernommen wurde.
4 Korpus der „Lieben Marta“ (im Folgenden „LM“), Nr. 6206, 21.1.1987: 2. Die Orthographie
und Zeichensetzung der Zitate folgt dem Original.
5 LM, Nr. 12763, 4.5.1990.
6 LM, Nr. 8281, 17.11.1987: 1 und 11.
7 LM, Nr. 13197, 20.5.1992: 1.
8 LM, Nr. 8284, 12.1.1988: 2.
9 LM, Nr. 13065, 11.10.1991.
10 Vgl. zu diesem Begriff und zur Abgrenzung von der Diskussion über die „neoliberale
Gouvernementalität“ Lessenich 2008: 14 und 83 ff.
11 LM, Nr. 13305, 8.12.1986.
12 LM, ohne Nr., 13.7.1993.
13 LM, Nr. 13796, 15.10.1990.
14 LM, ohne Nr. (Dossier «Aids»), 9.2.1987.
15 LM, Nr. 154, 17.10.1985.
16 Diese Zahl dürfte zudem – relativ gesehen – eher hoch liegen, weil die Briefe zur
vorliegenden Thematik gesondert gesammelt wurden und deshalb hier mit geringeren Verlusten
zu rechnen ist.
17 So rechtfertigte ein Ratsuchender seinen Brief folgendermaßen: „Gestern habe ich
im Fernsehen gehört, dass man sich bei Aids-Problemen an Sie wenden kann“ (Staatsarchiv
Zürich (im Folgenden StAZH), W II 15 2001 / 041.78, Brief vom 3.7.1985; vgl. auch
StAZH, W II 15 2001 / 041.81, Brief vom 28.1.1987).
18 Die AHS verstand sich als nationale Dachorganisation, die strategische Aufgaben wahrnahm,
während die lokalen Aids-Hilfen für die Beratung und die Betreuung von Kranken zuständig
waren. Vgl. StAZH, W II 15 2001 / 041.5, Leitbild (1987): 6.
19 Für die weiteren Jahre sieht die Verteilung folgendermaßen aus: 1984: 2, 1985: 7,
1986: 13, 1988: 20, 1989: 14, 1990: 13, 1991–95: 18 („Liebe Marta“); 1985: 5, 1986:
40; 1988: 20, 1989–92: 5 (AHS).
20 Hierbei handelt es sich selbstverständlich um die im Archiv erhaltenen Dokumente.
Es gibt aber keine Hinweise darauf, dass in großem Umfang Material verloren gegangen
oder nicht mehr gesammelt worden wäre.
21 Vgl. ZAH, Erster Geschäftsbericht 1985 / 86, 5; ZAH, Jahresbericht 1987: 12; ZAH,
Jahresbericht 1988: 12; ZAH, Jahresbericht 1989: 12 (alle in: Archiv der ZAH, Jahresberichte
1985–1989, ohne Signatur). Auch die Zahl der telefonischen Beratungen der ZAH erreichte
in den Monaten Januar und Februar 1987 einen absoluten Höhepunkt.
22 Vgl. ZAH, Jahresbericht 1987: 12 (Archiv der ZAH, Jahresberichte 1985–1989, ohne
Signatur).
23 Ebd.
24 StAZH, W II 15 2001 / 041.81, Brief vom 23.1.87: 1.
25 StAZH, W II 15 2001 / 041.81, Brief vom 23.1.87. Mit dem Stichwort „Sandoz“ spricht
die Verfasserin den verheerenden Brand einer Basler Chemiefabrik am 1. November 1986
an. Damals gelangten tausende von Kubikmetern mit Chemikalien angereicherten Löschwassers
in den Rhein.
26 StAZH, W II 15 2001 / 041.79, Brief vom 10.2.87.
27 „[…] non vengono più obbligati a sottoporsi ad un esame del sangue“ (StAZH, W II 15
2001 / 041.79, Brief vom 6.3.87).
28 StAZH, W II 15 2001 / 041.89, Brief vom 1.6.1988 (Eingangsstempel).
29 LM, Nr. 4701, 29.6.87. Marta Emmenegger moderierte jeweils am Montagabend eine Beratungssendung
(„Sex nach Neun“) auf der privaten Zürcher Radiostation Radio Z.
30 Vgl. StAZH, W II 15 2001 / 041.95, Brief vom 21.3.86.
31 StAZH, W II 15 2001 / 041.78, Brief vom 11.7.86.
32 LM, Nr. 10624, 8.2.1980; dabei handelte es sich um die erste Kolumne der „Lieben
Marta“ überhaupt.
33 5LM, Nr. 6003, Datum unbekannt; StAZH, W II 15 2001 / 041.79, undatierter Brief.
34 Vgl. Interview mit Roger Staub, geführt am 2.12.2008. Staub war bis 1986 Mitglied
im Vorstand der AHS, nahm Ende 1986 Einsitz im „Kreativteam STOP AIDS“ und ist heute
der Leiter der Sektion Aids im Bundesamt für Gesundheit.
35 LM, Nr. 6004, 3.3.1987.
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Rämistrasse 64
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