Zusammenfassung
In einem Test beurteilten 16 Diagnostiker wiederholt lymphographische Aufnahmeserien.
Vor Wiederholung wurden den Beurteilern die Parameter der diagnostischen Entscheidung
im 1. Test (Treffsicherheit, Sensitivität, Spezifität, Rate der entschiedenen Fälle)
mitgeteilt. Im Resultat zeigt sich, daß die Beurteiler in ihrer Entscheidungsfreudigkeit
und -haltung zu beeinflussen sind. Die individuellen Änderungen im Entscheidungsverhalten
werden im ROC-Diagramm veranschaulicht und anhand der o.g. Entscheidungsparameter
quantitativ analysiert.
Dabei wird die Treffsicherheit als beschreibende Größe für die diagnostische Leistungsfähigkeit
einer Methode oder eines Beurteilers wegen ihrer Abhängigkeit von der befundmäßigen
Zusammensetzung des Patientengutes einer Kritik unterzogen.
Summary
Sixteen diagnosticians were repeatedly shown a series of lymphograms. On repeated
viewing, the participants were informed of their diagnostic decisions at the first
reading (accuracy, sensitivity, specificity). The results show that it was possible
to influence the participants in their judgement and attitude. Changes in individual
attitudes are demonstrated diagnostically and the individual diagnostic parameters
were subjected to a quantitative analysis. The accuracy of the results are related
to the method and to the diagnostician with reference to the composition of the clinical
material.