Kardiologie up2date 2010; 6(2): 169-186
DOI: 10.1055/s-0029-1244173
Kardiovaskuläre Notfälle

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Endokrinologische Notfälle

Konstanze  Miehle, Michael  Stumvoll
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Publication Date:
06 July 2010 (online)

Abstract

Endocrine emergencies are rare conditions and constitute only a small percentage of the emergency workload in general hospitals and emergency units. This article discusses pathogenesis, symptoms, diagnostic procedures and management of diabetic ketoacidosis, acute adrenal insufficiency and thyrotoxic storm. Most important is an early diagnosis without any delay by awaiting laboratory results or performing further investigations because outcome is crucially dependent on the physicians immediate initiation of specific treatment.

Kernaussagen

Diabetische Ketaazidose

  • Mit einer leitliniengerechten Therapie liegt die Mortalität der diabetischen Ketoazidose heute unter 2 %, die des hyperosmolaren Komas bei ca. 15 %.

  • Neben dem Auslassen von Insulininjektionen und Insulinpumpenfehlfunktionen werden diabetische Ketoazidose und hyperosmolares Coma diabeticum meist durch Infekte getriggert.

  • Eine diabetische Ketoazidose entwickelt sich meist relativ rasch, im Allgemeinen innerhalb von 24 Stunden.

  • Die Therapie des ketoazidotischen (und des hyperosmolaren) Komas besteht aus der Korrektur des Flüssigkeitsmangels und der Elektrolytstörungen, der Insulinsubstitution und der Behandlung der Koma-Ursache.

Addison-Krise

  • Die jährliche Inzidenz einer chronischen NNR-Insuffizienz liegt in den westlichen Industrienationen bei 4,7 – 6,2/Mio. Einwohner.

  • Die häufigste Ursache der primären NNR-Insuffizienz ist die autoimmune Adrenalitis. Häufige Ursachen der sekundären NNR-Insuffizienz sind vor allem Tumoren in der Hypothalamus-Hypophysen-Region. Eine Addison-Krise tritt häufig während einer interkurrenten Erkrankung, eines Infekts oder anderweitigen Stresssituationen bei vorbestehender chronischer NNR-Insuffizienz auf.

  • Besteht der Verdacht auf eine Addison-Krise, muss die Hydrokortisontherapie eingeleitet werden, noch bevor die Laborwerte vorliegen.

  • Die Therapie besteht aus umgehender Hydrokortisontherapie, der Infusion physiologischer Kochsalzlösung unter Kreislaufkontrolle und bei ausgeprägter Hypoglykämie der zusätzlichen Gabe von Glukoselösung.

Thyreotoxische Krise

  • Die Inzidenz der thyreotoxischen Krise liegt bei ca. 1 % der Patienten mit einer Hyperthyreose. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

  • Am häufigsten ist die thyreotoxische Krise bei einer Schilddrüsenautonomie oder einer Immunhyperthyreose Morbus Basedow. Sie ist aber prinzipiell bei allen Formen der Hyperthyreose möglich.

  • Die multimodale Therapie der thyreotoxischen Krise beginnt sofort nach der Diagnosestellung und besteht aus Blockade der peripheren Schilddrüsenhormonwirkung, thyreostatischer Therapie, Inhibierung der Freisetzung von Schilddrüsenhormonen und Hemmung der Konversion von T4 zu T3. Als supportive Maßnahme ist eine ausreichende Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Kalorienzufuhr erforderlich.

Literatur

Prof. Dr. med. Michael Stumvoll

Universität Leipzig
Zentrum für Innere Medizin
Medizinische Klinik und Poliklinik III

Liebigstr. 18
04103 Leipzig

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