Rofo 2010; 182(9): 788-792
DOI: 10.1055/s-0029-1245404
Qualität/Qualitätssicherung

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Entwicklung eines objektiven Bewertungssystems für die jährliche physikalische Qualitätssicherung an digitalen Mammografie-Systemen

Devolvement of an Objective Rating System for the Annual Physical Quality Control for Digital Mammography SystemsA. Sommer1 , R. Girnus1 , B. Wendt1 , W. Heindel2 , H. Lenzen2
  • 1Referenzzentrum Mammographie Universitätsklinikum Münster, Institut für Klinische Radiologie
  • 2Institut für Klinische Radiologie, Universitätsklinikum Münster
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Publication History

eingereicht: 20.3.2009

angenommen: 23.3.2010

Publication Date:
18 June 2010 (online)

Zusammenfassung

Ziel: Für die nicht subjektive Bewertung von Prüfmängeln, die bei der physikalisch-technischen Qualitätssicherung im Rahmen des deutschen Mammografie-Screening-Programms festgestellt werden sollen, wurde ein objektives Bewertungssystem (BS) entwickelt. Als Grundlage diente die jährliche Konstanzprüfung (JKP) für digitale Mammografie-Systeme. Ziel war es, einen modular aufgebauten Algorithmus zu entwerfen, der ggf. auch auf weitere Prüfverfahren übertragbar ist. Material und Methoden: Dieser Algorithmus bewertet verschiedene Prüfteile separat voneinander. Für JKP von digitalen Systemen sind dies die Prüfteile PAS 1054 und EPQC. Um die Wertigkeit von verschiedenen Prüfpositionen (PP) zu berücksichtigen, werden unterschiedliche Wichtungsmodelle eingesetzt. Diese beziehen sowohl den Prüfumfang von einzelnen PP mit ein als auch Variabilitäten durch verschiedene Gerätetypen. Für die Bildung des Endergebnisses werden die Gesamtpunktzahlen der einzelnen Prüfteile relativ zueinander verknüpft und in eine von 4 Mangelkategorien eingeteilt. Evaluation: Diese wurde anhand von 85 JKP vorgenommen. Hierbei wurde der jeweilige Prüfer gebeten, aufgrund seiner fachlichen Einschätzung das System ebenfalls in eine der 4 Kategorien einzuordnen. In 78 % der Fälle konnte das Ergebnis des Prüfers reproduziert werden, in 17 % der Prüfungen beurteilte das BS das Gerät strenger. Schlussfolgerung: Das BS erlaubt eine objektive Bewertung von Prüfmängeln. Es stellt dem Prüfer eine gute Orientierungshilfe zu Verfügung, kann aber dessen Erfahrung nicht vollständig ersetzen. Zudem werden durch ein einheitliches BS die Ergebnisse verschiedener Institutionen vergleichbar und auswertbar. Durch den modularen Aufbau ist das BS in der Lage, auf evtl. Veränderungen der Prüfteile reagieren zu können sowie ggf. auf andere Modalitäten übertragbar.

Abstract

Purpose: For the non-subjective evaluation of physical-technical defects of digital mammography systems within the German breast screening program, an automatic rating system (RS) on the basis of the annual quality control (AQC) was developed. The aim was to design a modular algorithm which could also be adjusted for other test procedures. Materials and Methods: This algorithm enables the separate evaluation of different test parts of the AQC (PAS 1054 and EPQC). To take into account the value of different test positions (TP) in these two parts, a weighting scheme was used. This scheme relates to the scope of different TP as well as variability through different types of systems. For the creation of the final result, both scores of the different test parts must be merged together. The final result is divided into 4 categories. Evaluation: The evaluation of the RS was based on the AQC. Here, the tester of the system was asked to classify the system in one of the 4 categories on the basis of his expert knowledge. In 78 % of the cases, the results of the tester were reproduced by the automatic RS, in 17 % the RS was more stringent and in 5 % the tester was more stringent. Conclusion: The RS allows non-subjective physical-technical evaluation of mammography systems. It acts as a good guide for the tester but is not a replacement for experience. In addition, the RS makes the results of different institutions and testers more comparable. The modular algorithm of the RS is able to react to future changes in the different test parts and can be modified for other X-ray modalities.

Literatur

Alexander Sommer

Physikalisch-Technische Qualitätssicherung, Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster

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