ergoscience 2010; 5(4): 139-147
DOI: 10.1055/s-0029-1245758
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Therapeutische Hausaufgaben in der Pädiatrie: Erfahrungen aus der ergotherapeutischen Praxis bei Kindern mit Koordinationsstörungen

Therapeutic homework in paediatric occupational therapy: Experiences of occupational therapists with children with coordination disordersG. Enßlen1 , I. Kurz1 , T. Bernd1
  • 1Hogeschool Zuyd, Heerlen
Further Information

Publication History

eingereicht: 17.3.2010

angenommen: 22.5.2010

Publication Date:
02 November 2010 (online)

Zusammenfassung

Einleitung: Die Situation im Gesundheitswesen erfordert eine effiziente, zugleich zeitlich begrenzte Behandlung. In diesem Zusammenhang betonen Ergotherapeuten und Ärzte einen stärkeren Einbezug des kindlichen Umfelds. In der Vergabe von Hausaufgaben zwischen den einzelnen Therapieeinheiten sehen sie eine Möglichkeit, dies zu gewährleisten.

Methode: Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurden in einer Delphi-Studie 20 Ergotherapeuten bezüglich ihrer Erfahrungen mit der Vergabe und Dokumentation von therapeutischen Hausaufgaben bei Kindern mit Koordinationsstörungen im Alter von 5 – 7 Jahren befragt. Die Studie umfasste zwei Erhebungsrunden, in denen jeweils ein Fragebogen an die Teilnehmer versandt wurde. Die Antworten wurden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und des Ablaufmodells der zusammenfassenden Inhaltsanalyse anhand induktiver Kategorienbildung ausgewertet. MS-Excel wurde zur Auswertung quantitativer Anteile verwendet.

Ergebnisse: Die befragten Ergotherapeuten schilderten ihre Erfahrungen und erörterten verschiedene Hausaufgabenideen sowie mögliche Durchführungskriterien. In Anlehnung hieran konnte eine Vorgehensweise während des Hausaufgabenprozesses identifiziert werden, welche die Vergabe, Durchführung und Dokumentation der Hausaufgaben beschreibt. Hierdurch konnte der Transfer der Therapieinhalte in den Alltag der Familie ermöglicht werden.

Schlussfolgerungen: Die Vergabe von therapeutischen Hausaufgaben stellt einen Bestandteil der Elternberatung dar. Hierbei handelt es sich um einen komplexen Prozess, in dem Ergotherapeuten verschiedene Faktoren berücksichtigen sollten. Daraus folgt, dass der Therapeut neben dem Klienten auch die Umwelt mit einbeziehen sollte.

Abstract

Objective: Both occupational therapists and physicians demand an increase in participation of the child’s environment in occupational treatment. Assigning home programs between units is suggested as a possible way to provide for said participation.

Methods: This bachelor’s thesis addresses this topic in order to propose first suggestions on actions during the course of the home programs. In a survey according to the Delphi method, twenty occupational therapists were interviewed about their experiences with the assignment and the documentation of home programs in children between five and seven years of age with developmental coordination disorders.

Results: The asked occupational therapists described their experiences and discussed different ideas of homework as well as possible criteria of handling. According to these suggestions the handling and documentation during the process of homework could be identified. This is how the transfer of therapeutical contents can be made possible in every day situations of the family.

Conclusion: The study emphasizes the significance of home programs as an integral part of parental consulting. The process is a complex one; the occupational therapists involved ought to consider a number of defining criteria.