Sportverletz Sportschaden 2011; 25(2): 93-96
DOI: 10.1055/s-0029-1245831
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Reitunfallbedingte Wirbelsäulenverletzungen – eine Analyse von 30 Fällen[1]

Spine Injuries due to Horse Riding Accidents – an Analysis of 30 CasesC. Hessler1 , V. Namislo2 , G. Kammler1 , U. Lockemann2 , K. Püschel2 , N. M. Meenen3
  • 1Klinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • 2Institut für Rechtsmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • 3Pädiatrische Sportmedizin, Kinderkrankenhaus Hamburg-Altona
Further Information

Publication History

Publication Date:
24 May 2011 (online)

Zusammenfassung

Einleitung: Reitsport ist mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden. Insbesondere Verletzungen des Kopfes und der Wirbelsäule können zu schweren Krankheitsbildern bei den Verunfallten führen. Somit stellt unter anderem der Einsatz von Körperprotektoren im Reitsport eine wichtige Maßnahme dar. Der tatsächliche Beitrag von Körperprotektoren zum passiven Sicherheitsgewinn ist allerdings nicht bekannt. In dieser Arbeit wurden Unfallursachen, -mechanismen sowie Verletzungen von 30 wirbelsäulenverletzten Reitern analysiert und die Effektivität der während des Unfalls eingesetzten Körperprotektoren beurteilt. Material und Methoden: 30 Reiter mit reitunfallbedingten Wirbelsäulenverletzungen füllten einen Fragebogen aus und sendeten selbigen an die Autoren dieser Arbeit. Zuvor erfolgte die Publikation der Fragebogen über Printmedien sowie das Internet. Anhand der beantworteten Fragebogen konnten Unfallursachen, -mechanismen, reitunfallbedingte Verletzungen sowie während des Unfalls eingesetzte Schutzkleidung evaluiert werden. Ergebnisse: Es handelte sich um 24 (80 %) weibliche und 6 (20 %) männliche Reiter in einem medianen Alter von 36 Jahren (14 – 72). Bei den 30 Wirbelsäulenverletzungen handelte es sich um 18 (60 %) Frakturen, 11 (37 %) diskoligamentäre Verletzungen und eine (3 %) Bone-bruise-Verletzung. In 12 (40 %) Fällen war die HWS, in 5 (17 %) Fällen die BWS und in 13 (43 %) Fällen die LWS betroffen. 7 Reiter (23 %) trugen während des Unfalls einen Körperprotektor. Diskussion: Trotz des Einsatzes von Körperprotektoren können Reiter im Falle eines Unfalls schwere Wirbelsäulenverletzungen erleiden. Somit besteht eine Notwendigkeit der Entwicklung von Körperprotektoren, die optimal an die Anforderungen im Reitsport angepasst sind, um effektiv vor reitunfallbedingten Verletzungen zu schützen.

Abstract

Introduction: Horseback riding entails several risk factors that predispose the participant to injury. Especially craniocerebral as well as spinal trauma were common reasons for severe injuries. Hence, it is important to use effective protective gear during riding activities. However, the protective effect of actual safety vests and helmets in case of accident is still unknown. In the present study reasons, mechanisms and patterns of equine-related spine injuries were analyzed. Based on these data the effectiveness of used protective gear during accident was assessed. Material and methods: 30 equestrians took part in a questionnaire survey. Based on these answered questionnaires reasons, mechanisms and patterns of equine-related injuries as well as used protective gear during accident were evaluated and analyzed. Results: 24 patients (80 %) were female and 6 (20 %) were male. The median age at the time of injury was 36 years (range 14 – 72 years). The causalities suffered from 18 fractures (60 %) and 11 discoligamentous injuries (37 %), in one case a bone-bruise-injury (3 %) was found. 7 equestrians (23 %) wore a safety vest at time of injury. Discussion: Despite wearing a safety vest, the spine can get damaged when accident occurred. It is not possible to create vests for equestrians capable of protecting against all spine injuries in all accidents. If the energy impact is too high, serious injuries can result, even though protective body gear is worn. But the development of improved safety vests is necessary to reduce the number of severe spine injury in the future.

1 Aus der Hamburger Arbeitsgemeinschaft für Reitsicherheit.

Literatur

1 Aus der Hamburger Arbeitsgemeinschaft für Reitsicherheit.

Dr. Christian Hessler

Klinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Martinistraße 52

20246 Hamburg

Email: chessler@uke.uni-hamburg.de

    >