Sportverletz Sportschaden 2011; 25(2): 103-107
DOI: 10.1055/s-0029-1245841
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

„Der Rhönradellenbogen” – Erstbeschreibung eines häufigen Überlastungssyndroms

The ”Wheel Gymnast’s Elbow” – First Description of a Common Overuse SyndromeM. D. Kauther1 , S. Rummel1 , B. Thobe1 , B. Hußmann1 , D. Nast-Kolb1 , C. Wedemeyer2
  • 1Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen
  • 2Klinik für Orthopädie, Universitätsklinikum Essen
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Publication History

Publication Date:
24 May 2011 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund: Medizinische Veröffentlichungen über Überlastungsschäden des Ellenbogens im Rhönradturnen sind nicht bekannt. Ziel der Arbeit ist die Beschreibung eines häufigen rhönradspezifischen Überlastungssyndroms des Ellenbogens. Methodik: Eine Internetrecherche und eine Befragung von 260 Rhönradturnern, welche das Ellenbogen belastende „Röllchen”-Element turnen, wurden durchgeführt. Ergebnisse: 60,4 % der Turner klagten über Veränderungen des Ellenbogens. Die Schmerzintensität der Ellenbogenregion beim Turnen lag bei 1,51 von 10 Schmerzpunkten. Offene Hautverletzungen traten in 33,1 %, Hämatome zu 68,7 % und ein Haarverlust in 11,7 % auf. 11,5 % Sportler beschrieben eine vor dem Turnen von Röllchen nicht dagewesene Verdickung und 5,8 % einen Muldung der Region der proximalen Ulna. Die Schmerzen in der Gruppe mit Schutzausrüstung zeigten sich signifikant höher als in der Gruppe ohne Schutzausrüstung. Diskussion: Beim „Rhönradellenbogen” handelt es sich um ein rhönradspezifisches Überlastungssyndrom des wenig weichteilgepolsterten proximalen Unterarms, welches durch direkten Kontakt und Reibung zu den Sprossen beim „Röllchen”-Turnen entsteht. Hierzu gehören Schürfungen, Hämatome, Verdickungen und Muldungen im Bereich der proximalen Ulna bei nur gering ausgeprägter Schmerzsymptomatik. Schlussfolgerung: Eine frühzeitige Aufklärung über ein prophylaktisches Tragen von Schutzausrüstung beim „Röllchen”-Training kann möglicherweise das Syndrom des „Rhönradellenbogens” abschwächen.

Abstract

Background: Overuse syndromes of the elbow due to wheel gymnastics are unknown in medical literature. This study describes a common overuse syndrome of the elbow in wheel gymnastics. Methods: We conducted internet research and interviewed 260 wheel gymnasts, who trained the ”hip roll” element. Results: 60.4 % of the gymnasts reported changes of the elbow region. The intensity of pain during training was 1.51 out of 10 points. Lacerations were reported in 33.1 %, hematomas were reported in 68.7 %, and a loss of hair at the elbow region was reported in 11.7 %. 11.5 % of the gymnasts described a bump and 5.8 % described a depression of the proximal ulnar region that was not found before wheel gymnastics. Gymnasts using protective gear reported significantly higher levels of pain compared to gymnasts without protective gear. Discussion: The ”wheel gymnast’s elbow” is a common overuse syndrome of the proximal ulnar due to direct contact and friction of the proximal ulnar to the giant wheel bars. The ”wheel gymnast’s elbow” describes a combination of lacerations, hematoma, hair loss, bumps, and depression of the proximal ulnar region with only slight pain. Conclusion: An early preventive use of protective gear during ”hip roll” training can possibly reduce the ”wheel gymnast’s elbow” syndrome.

Literatur

Dr. Max Daniel Kauther

Klinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Essen

Hufelandstraße 55

45147 Essen

Email: maxdaniel.kauther@uni-due.de

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