Geburtshilfe Frauenheilkd 2010; 70 - A2
DOI: 10.1055/s-0030-1252073

Zusammenhang zwischen fünf Interleukin-1 und -6 Genpolymorphismen und dem Risiko einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie

C Grimm 1, S Polterauer 1, J Rahhal 1, C Natter 1, A Wolf 1, A Reinthaller 1, L Hefler 1
  • 1Abteilung für allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie

Fragestellung: Die proinflammatorischen Zytokine Interleukin (IL)-1 und IL-6 modulieren die Immunantwort bei Infektion, Inflammation und Gewebstrauma. Einerseits dürften IL-1 und IL-6 einen entscheidenden stimulierenden Einfluss auf die Entstehung der zervikalen intraepithelialen Neoplasie (CIN) und des Zervixkarzinoms haben. Andererseits wird insbesondere IL-6 eine wichtige Rolle in der Viruselimination und somit der Verhinderung einer CIN bzw. eines Zervixkarzinoms zugesprochen. In der vorliegenden Studie wird der Zusammenhang zwischen fünf IL-1 bzw. IL-6 Genpolymorphismen und dem Risiko für das Vorliegen einer CIN untersucht.

Methode: In dieser Fall-Kontroll-Studie wurden vier IL-1 und ein IL-6 Genpolymorphismus bei insgesamt 412 Frauen evaluiert (n=203 Frauen mit CIN; n=209 Frauen ohne CIN). Die Analyse der Genpolymorphismen (IL1A -889, IL1B +3953, IL1B -511, IL1RN VNTR, IL6–174) erfolgte mittels Polymerase Chain Reaction (PCR) und Pyrosequencing. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Chi-Quadrat-Tests und T-Tests bzw. multivariater Regressionsmodelle.

Ergebnisse: Zwischen den fünf Interleukin Genpolymorphismen und dem Vorliegen einer CIN zeigte sich keine Assoziation (IL1A -889, p=0,8; IL1B +3953, p=0,4; IL1B -511, p=0,8; IL1RN, p=0,3; IL6 promoter, p=0,9). In einer multivariaten Analyse innerhalb der Frauen mit einer CIN zeigte sich eine Assoziation zwischen dem Vorliegen einer hochgradigen CIN (CIN2 bzw. CIN3) und einer HPV-Infektion (p=0,02, Odds Ratio 3,1 [95% Konfidenzintervall 1,2–7,8]), nicht jedoch mit den IL-1 und IL-6 Genpolymorphismen (IL1A -889, p=0,6; IL1B +3953, p=0,3; IL1B -511, p=0,9; IL1RN, p=0,9; IL6 promoter, p=0,6) oder Nikotinabusus (p=0,5).

Schlussfolgerung: Die fünf untersuchten IL-1 und IL-6 Genpolymorphismen sind nicht mit dem Vorliegen einer CIN assoziiert. Weiters stellen die evaluierten Genpolymorphismen bei Frauen mit einer CIN keinen Risikofaktor für das Vorliegen einer hochgradigen CIN dar.