Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/s-0030-1252074
DNA-Zytometrie als first-line Methode zur Beurteilung des klinischen Verlaufs bei abnormalen Pap's der Zervix
Fragestellung: DNA-Aneuploidie, gemessen mittels DNA-Zytometrie (DNA-ICM), repräsentiert das quantitative zytometrische Äquivalent chromosomaler Aneuploidie und ist als Marker für neoplastische Zelltransformation international weitgehend akzeptiert. Eine zervikale intraepitheliale Neoplasie (CIN) kann mit Regression, Persistenz, Progression und Rekurrenz verschiedene klinische Verläufe zeigen. Ziel dieser prospektiven Kohortenstudie war es, Patientinnen mit DNA-aneuploiden Zellabnormalitäten der Zervix mit Hinblick auf den weiteren klinischen Verlauf zu verfolgen und damit die Wertigkeit der DNA-ICM als first-line Methode zu evaluieren.
Methode: Zwischen Februar und Juni 2006 wurden am Zytologischen Labor der Univ.-Frauenklinik Graz (Leiter: Univ. Prof. Dr. O. Reich) an 59 konsekutiven Pap-Testen low- und high-grade Abnormalitäten entsprechend der Bethesda Nomenklatur festgestellt. Nachfolgend wurde eine DNA-ICM nach den Richtlinien der European Society of Analytical Cellular Pathology durchgeführt. Von 40 der 59 Frauen konnten im Intervall von 6 Monaten eine histologische Abklärung mit Zervixbiopsie und/oder Kürettage des Zervikalkanals und eine Nachkontrolle in Intervallen von 6 Monaten über 3 Jahre durchgeführt werden. Der Verlauf von 19 Frauen konnte aus verschiedenen Gründen nicht verfolgt werden.
Ergebnisse: Von 30 Frauen, deren Pap's DNA-Aneuploidie zeigten, ließ sich bei 24 (80%) Frauen eine CIN im Rahmen der histologischen Abklärung nachweisen (CIN I: n=5; CIN II: n=6; CIN III n=13). 6 (20%) der Patientinnen zeigten keine CIN. Keine dieser 6 Frauen mit zunächst DNA-aneuploiden Pap's und nachfolgend negativer Histologie entwickelte eine CIN oder ein Zervixkarzinom während der Nachbeobachtungszeit von 3 Jahren.
Schlussfolgerung: DNA-ICM ist sehr geeignet, als objektive first-line Methode in der Diagnostik zervikaler Zellabnormalitäten eingesetzt zu werden. Die Voraussage des weiteren klinischen Verlaufes ist jedoch nicht in jedem Einzelfall möglich, da eine CIN offensichtlich auch bei Nachweis von DNA-Aneuploidie durch eine erfolgreiche Zell-vermittelte Immunabwehr gegen HPV-Proteine in Regression gehen kann.
(Die Studie wurde von der Steiermärkischen Krebshilfe, Projekt Nr.5/2002, gefördert)