Geburtshilfe Frauenheilkd 2010; 70 - A4
DOI: 10.1055/s-0030-1252075

Lymph Node Density als prognostischer Parameter des Lymphknoten-positiven Zervixkarzinoms

S Polterauer 1, C Grimm 1, V Seebacher 1, J Rahhal 1, C Tempfer 1, A Reinthaller 1, L Hefler 1
  • 1Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Medizinische Universität Wien

Fragestellung: Das Vorhandensein von Lymphknotenmetastasen ist der wichtigste Prognoseparameter beim Zervixkarzinom. Rezente Studien zeigten, dass die Lymph Node Density (LND) bei unterschiedlichen Malignomen als Prognoseparameter dient. LND ist definiert als das Verhältnis zwischen der Anzahl der befallenen Lymphknoten (LKN) und der Anzahl der entnommenen LKN. Die LND gibt einerseits Auskunft über das Ausmaß des LKN-Befalls, andererseits über die Qualität des operativen Stagings. Ziel der Studie war es den Einfluss der LND auf die Prognose des Zervixkarzinoms zu untersuchen.

Methode: Insgesamt wurden 88 konsekutive Patientinnen, die wegen eines Lymphknoten positiven Zervixkarzinoms eine Stagingoperation und eine primäre kombinierte Chemoirradiatio an der Medizinischen Universität Wien in der Zeit von 1996 bis 2006 erhalten hatten, in die Studie eingeschlossen. Nach histologischem Nachweis von pelvinen oder paraaortalen Lymphknotenmetastasen (pN1), wurde die LND erhoben. Patientinnen wurden in 2 Gruppen stratifiziert: LND ≤10% (Gruppe A) und LND >10% (Gruppe B). Der Zusammenhang zwischen LND und rezidivfreiem- und Gesamtüberleben wurde mittels uni- und multivariaten Überlebensanalysen untersucht. Zusätzlich wurde die Korrelation von LND mit klinisch-pathologischen Parametern mittels Chi-Square Tests und t-Tests analysiert.

Ergebnisse: Die mittlere Anzahl (Standardabweichung) der entnommenen und befallenen Lymphknoten war entsprechend 20,3 (11,6) und 3,1 (3,8). Zwischen Gruppe A und B zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Verteilung von FIGO-Stadium (p=0,06), histologischem Differenzierungsgrad (p=0,8), histologischem Typ (p=0,8) oder Alter der Patientin(p=0,3). In der univariaten Überlebensanalyse waren LND (p=0,01; p=0,01), FIGO-Stadium (p=0,01; p=0,008) und histologischer Differenzierungsgrad (p=0,03; p=0,04), nicht jedoch Alter der Patientin (p=0,5; p=0,8) mit rezidivfreiem- und Gesamtüberleben assoziiert. Der histologische Typ war mit rezidivfreiem – (p=0,01) nicht jedoch mit Gesamtüberleben (p=0,2) assoziiert. In der multivariaten Überlebensanalyse waren LND (p=0,03; p=0,04) und FIGO-Stadium (p=0,02; p=0,02), nicht jedoch histologischer Differenzierungsgrad (p=0,09; p=0,07), Alter der Patientin (p=0,07; p=0,09) und histologischer Typ (p=0,09; p=0,05) mit rezidivfreiem- und Gesamtüberleben assoziiert.

Schlussfolgerung: Die LND dient als unabhängiger Prognoseparameter für rezidivfreies- und Gesamtüberleben bei Patientinnen mit Lymphknoten positivem Zervixkarzinom. Die Gruppe mit hoher LND (Gruppe B) zeigt eine signifikant schlechtere Prognose.