Geburtshilfe Frauenheilkd 2010; 70 - A5
DOI: 10.1055/s-0030-1252076

Oestrogen- und Progesteronrezeptorexpression bei Patientinnen mit Adenokarzinom der Zervix uteri und Korrelation mit verschiedenen klinisch-pathologischen Parametern

K Bodner 1, P Laubichler 1, O Kimberger 1, K Czerwenka 1, R Zeillinger 1, B Bodner-Adler 1
  • 1Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien, Wien

Fragestellung: Die vorliegende Studie untersuchte die Expression von Oestrogen und Progesteronrezeptoren bei Patientinnen mit Adenokarzinom der Zervix uteri, um deren Einfluss auf die Prognose zu bestimmen und eine moegliche Assoziation zwischen der Steroidrezeptorexpression und verschiedenen klinisch-pathologischen Parametern zu evaluieren.

Methode: Die Oestrogen- und Progesteronrezeptorexpression wurde mittels immunhistochemischer Untersuchung an 39 Patientinnen mit Adenokarzinom der Zervix uteri ermittelt. Die immunhistochemischen Ergebnisse wurden mit verschiedenen klinisch-pathologischen Parameter der Patientinnen korreliert.

Ergebnisse: Es zeigte sich eine Oestrogen und Progesteronrezeptorexpression in 39% und 33% der Faelle. Die Beziehung zwischen der Oestrogen- und Progesteronrezeptorexpression und dem klinischen Stadium, dem Alter, dem histologischen Subtypus, der Tumorgroesse, dem ifferenzierungsgrad, einem vorliegenden Lymphgefaesseinbruch sowie dem Lymphknotenstatus erreichte keine statistische Signifikanz (p>0,05). Weder die Oestrogen- noch die Progesteronrezeptorexpression zeigte einen signifikanten Einfluss auf das rezidivfreie Ueberleben oder Gesamtueberleben der Patientinnen (p>0,05)

Schlussfolgerung: Das Adenokarzinom der Zervix uteri zeigt eine haeufige Expression von Oestrogen- und Progesteronrezeptoren. Diese Expression korreliert jedoch nicht mit den klinisch-pathologischen Parametern und hat keinen Einfluss auf das rezidivfreie Ueberleben oder Gesamtueberleben der Patientinnen. Die Hormonrezeptorexpression scheint daher beim zervikalen Adenokarzinom keine prognostische Bedeutung zu haben. Die immunhistochemische Untersuchung derselben ergibt daher keine Zusatzinformation fuer das klinische Management der Patientinnen.