Geburtshilfe Frauenheilkd 2010; 70 - A11
DOI: 10.1055/s-0030-1252082

Spätes isoliertes pelvines Lymphknotenrezidiv nach Endometriumcarcinom im Frühstadium (FIGO Ia, G2)

K Mayer-Pickel 1, E Petru 1, P Regitnig 1, K Tamussino 1
  • 1Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Medizinische Universität Graz

Fragestellung: Das Endometriumcarcinom weist üblicherweise eine günstige Prognose im Frühstadium auf. Die Überlebensraten liegen bei über 90%. Wir berichten von einem außergewöhnlichen Fall eines späten pelvinen Lymphknotenrezidiv nach Endometriumcarcinom im Stadium FIGO Ia, G2)

Methode: Im Jahr 1998 wurde bei einer damals 53 jährigen Patientin ein Endometriumcarcinom im Stadium FIGO Ia, G2 diagnostiziert. Es handelte sich um einen endometrioiden Subtyp. Es erfolgte eine abdominelle Hysterektomie cum adnexe bds. per medianer Unterbauchlaparotomie.

Ein Lymphknotenstaging wurde damals nicht durchgeführt. Die Patientin unterzog sich danach regelmäßigen Nachsorgekontrollen. Bei der letzten Kontrolle im November 2009 war eine palpable, ca. 3cm große Expansion im kleinen Becken links auffällig, verdächtig auf ein Rezidiv, welches durch ein Abdomen/Becken-CT bestätigt werden konnte. Ein durchgeführtes Thorax-CT waren ebenso wie ein Thorax-Röntgen jeweils unauffällig.

Ergebnisse: Bei der Laparotomie zeigte sich ein isoliertes Lymphknotenrezidiv im Becken links. Die Histologie ergab einen Befund, der mit dem seinerzeit diagnostizierten Adenocarcinom im Einklang stand. 16 zusätzlich entfernte Lymphknoten waren tumorfrei, insbesondere im Paraaortalbereich.

Schlussfolgerung: Isolierte pelvine Lymphknotenrezidive nach einer langen Latenzperiode nach Diagnosestellung eines frühen Endometriumcarcinoms sind ausgesprochen selten. Differenzialdiagnostisch sollte auch an einen maligne entarteten Endosalpingioseherd in einem pelvinen Lymphknoten gedacht werden. Diesbezügliche Untersuchungen (u.a. Mikrosatelliteninstabilität) sind im Gange.