Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/s-0030-1252085
Endometriumkarzinom mit tiefer myometraner Invasion: Erfahrungen bei 241 Patientinnen mit endometrioidem Subtyp
Einleitung: Die Rolle der Lymphadenektomie, Strahlentherapie und Chemotherapie beim auf das Corpus uteri begrenztem endometroidem Endometriumkarzinom ist unklar. Ziel dieser retrospektiven Studie war es, Prognosefaktoren zu untersuchen und auf dieser Basis eine Hypothese zur optimalen Behandlung zu generieren.
Methode: Zwischen 1985 und 2009 wurden 1719 Patientinnen mit einem primären Endometriumkarzinom an der Univ. Frauenklinik der Med. Universität Graz behandelt. Von diesen wurden 241 (14%) mit einem endometrioiden Endometriumkarzinom, welches auf das Corpus uteri begrenzt war und eine tiefe Invasion aufwies, diagnostiziert. Arbiträr wurden 3 Gruppen gebildet: I) keine Lymphadenektomie (LA); n=149; II) LA, neg. Lymphknoten; n=66; III) LA, pos. Lymphknoten (Stadium IIIc; n=26).
Ergebnisse: Das mediane Alter betrug in den Gruppen I bis III 71, 64 und 60 Jahre. Der Hauptanteil der Karzinome war vom endometrioiden Subtyp, nur wenige wurden als adenosquamös oder undifferenziert klassifiziert. Die Rate an G3-Tumoren steigerte sich von Gruppe I bis Gruppe III (18%, 32%, 58%). Ein Lymphgefäßeinbruch wurde insbesondere in der Gruppe III beobachtet (65%). Chemotherapie erhielten nur 2% und 9% in den Gruppen I und II, in der III. Gruppe waren es 65%. Eine Strahlentherapie erfolgte am häufigsten in der Gruppe I. 30% der Pat. in Gruppe I erlitten ein Rezidiv bzw. eine Progression, in der Gruppe II 17% und in Gruppe III 46%. Distante Metastasen waren insgesamt am häufigsten und hier am ehesten in Gruppe III. Deutliche Unterschiede in den weiteren Rezidivlokalisationen ergaben sich keine.
Schlussfolgerung: Zusammenfassend lässt sich ableiten, dass die Rezidiv/Progressionsrate mit 28% hoch ist und Patientinnen mit negativen Lymphknoten eine deutlich bessere Prognose aufweisen als jene mit positiven Knoten und systematischer Lymphadenektomie. Auch die Chemotherapie scheint nur einen moderaten Effekt zu haben. Erst die multivariate Analyse wird endgültigen Aufschluss über die verschiedenen Einzelfaktoren geben.