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DOI: 10.1055/s-0030-1252092
Anwesenheit von intratumoralen Stammzellen in Brustkrebspatientinnen mit und ohne BRCA-Keimbahnmutationen
Hintergrund: BRCA-1/2-Keimbahnmutationen sind verantwortlich für early onset Brustkrebsfälle mit einer besonders ungünstigen Prognose. Die Ursache dieses biologischen Verhaltens sind bislang noch wenig untersucht, aber Stammzellen wird hier eine besondere Rolle in diesem Prozess zugeschrieben.
Methoden: Wir haben das Vorhandensein von Bruststammzellen/Progentorzellen in normalen Geweben und in Geweben untersucht die von Frauen mit und ohne BRCA Keinmbahnmutationen stammten und haben dafür den Stammzellmarker ALDH-1 verwendet.
Resultate: Isolierte ALDH-1 positive Zellen wurden in 15/18 (64%) Brustkrebstumoren von Frauen mit einer BRCA 1 oder 2 Mutation gefunden und in 33/51 (65%) von entsprechenden sporadischen Brustkrebsfällen (p=0,5949, Chi Square test). Während Bruststammzellen auch in nicht-malignen Brustläsionen gefunden wurden, enthielten nur 41% der Gewebe ALDH-1 positive Zellen (p=0,0371, Chi Square test). In Patientinnen mit einer BRCA Keimbahnmutation waren ALDH-1 positive Zellen häufiger in p53 positiven Tumoren (p=0,0028, Chi Square test), in high grade (p=0,0796), und in größeren Tumoren (p=0,0604). Im Gegensatz dazu wurde keine derartige Assoziation in sporadischen Krebsfällen gefunden. In unseren Patientinnen war die Expression von ALDH-1 positiven Zellen in Brustkrebs weder mit DFS, OS, noch mit TTM asoziiert.
Schlussfolgerung: Brusttumoren von BRCA Mutationsträgerinnen enthalten nicht merh ALDH-1 positive Zellen als sporadische Tumoren, und ihr aggressiverer Phänotyp lässt sich daher nicht durch einen erhöhten Stammzuellpool erklären. Die Anwesenheit von ALDH-1 in normalem Brustgewebe lässt vermuten dass weitere Faktoren das biologische Verhalten von Stammzellen der Brust beeinflussen müssen.