Geburtshilfe Frauenheilkd 2010; 70 - A25
DOI: 10.1055/s-0030-1252096

Molekulare Grundlage und Funktion der EGF-E2F3a Achse in der Tumorbiologie des Ovarialkarzinoms

D Reimer 1, M Hubalek 1, S Riedle 1, S Skvortsov 1, M Erdel 1, E Müller-Holzner 1, H Fiegl 1, C Marth 1, P Altevogt 1, AG Zeimet 1
  • 1Medizinische Universität Innsbruck, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

Fragestellung: Zur Klärung des zellulären Ablaufs und der klinischen Relevanz eines neuen molekularen Mechanismus, welcher den E2F3a Transkriptionsfaktor mit der EGF-R vermittelten Zellproliferation beim Ovarialkarzinom assoziiert.

Methode: EGF vermittelte, selektive E2F3a Expression wurde mittels quantitativer PCR und Western Blot Analysen untersucht. Down-Regulation wichtiger, in die EGF-E2F3a Achse integrierter Faktoren erfolgte mittels siRNA Technik. Promoter Analysen erfolgten Computer gesteuert mittels der JASPER Software. Das postulierte in vitro Modell wurde an einem Set von 140 Ovarialkarzinom Patientinnen evaluiert. 6p22 Gen Amplifikations-analysen in Ovarialkarzinomgeweben erfolgten mittels der FISH-Technik.

Ergebnisse: EGF führte zu einer selektiven, zeitabhängigen Aufregulation von E2F3a im Ovarialkarzinom, während sich alle anderen E2F Familienmitglieder durch EGF nicht in ihrer Expression veränderten. In gesunden OSE und Mesothelzellen erfolgte die EGF-vermittelte Proliferationssteigerung nicht über E2F3a, sondern über E2F1 und E2F2 Induktion. Promoteranalysen von E2F3a wiesen auf eine mögliche Funktion der interferon-regulatory factors (IRFs) im zellulären Ablauf der EGF-E2F3a Achse hin. Mittels siRNA Experimenten konnte gezeigt werden, dass EGF über eine Veränderung der Ratio zwischen den beiden antagonistisch wirkenden Intermediärfaktoren IRF-1 und IRF-2 für die E2F3a Induktion verantwortlich ist. Eine hohe Korrelation von aktiviertem EGF-R und hoher E2F3a Expression in Ovarialkarzinom Patientinnen unterstrich das hier postulierte EGF-E2F3a Modell. Außerdem zeichnete sich die E2F3a Expression als unabhängiger Prognostikator für progressionsfreies – und Gesamtüberleben aus. Neben einer EGF vermittelten E2F3a Induktion konnten zwei weitere in vivo Mechanismen der E2F3a Regulation ermittelt werden, nämlich 6p22 Gen Amplifikation und epigenetische Regulation über miR-34a.

Schlussfolgerung: Die hier gezeigte EGF-E2F3a Achse scheint in der Tumorbiologie des Ovarialkarzinoms von großer Bedeutung zu sein und könnte einen Ansatz neuartiger Therapiekonzepte darstellen.